Studie: Seit Enke-Suizid Deutsche beim Thema Depression sensibler

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Studie: Seit Enke-Suizid Deutsche beim Thema Depression sensibler
Die Bereitschaft der Deutschen, bei einer Depression professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist einer Studie zufolge gestiegen. Das teilte die Stiftung Deutsche Depressionshilfe am Freitag in Leipzig mit.

"Wir konnten große Verbesserungen in Wissen und Haltung bezüglich Depression feststellen", sagte der Studienleiter und Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Ulrich Hegerl.

Die Forscher führen die Ergebnisse auf die Berichterstattung über den Suizid des Nationaltorhüters Robert Enke zurück. Eigentlich hatten sie die Wirkung einer Aufklärungskampagne in Leipzig untersuchen wollen und dazu je 1.000 Personen vor und nach der Kampagne befragt. Zwischen den beiden Untersuchungszeitpunkten lag der Tod von Enke.

Depression kein Zeichen für Schwäche

Bei der Auswertung zeigte sich, dass nicht nur die Leipziger, sondern auch die Kontrollgruppe in Magdeburg besser über die Krankheit Bescheid wussten. Bei der ersten Befragung hielten beispielsweise 30 Prozent der Befragten in Leipzig und 20 Prozent in Magdeburg Depression für ein Zeichen persönlicher Schwäche. Bei der zweiten waren es in beiden Städten nur noch zehn Prozent.

"Die Berichterstattung zum Germanwings-Absturz könnte das Stigma gegenüber der Depression in der Zwischenzeit wieder verstärkt haben", fürchtet Studienleiter Hegerl. Nach bisherigen Ermittlungen litt der Copilot, der im März ein Flugzeug mit 150 Insassen bewusst gegen einen Berg in den französischen Alpen geflogen haben soll, an Depressionen. Seitdem werde vermehrt diskutiert, Menschen mit Depression von bestimmten Berufen auszuschließen, sagte Hegerl. "Ich befürchte, dass sich dadurch wieder weniger Betroffene trauen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen."

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