Heinrich Bedford-Strohm: Jesu' Liebe liegt auch im interreligiösen Dialog

EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm im epd-Gespraech

Foto: mck

Heinrich Bedford-Strohm hat auf Facebook erklärt, warum er das geplante Islamzentrum in München unterstützt. Er war zuvor von konservativ-evangelikaler Seite für sein Engagement kritisiert worden.

Der Vorsitzende der "Bekennenden Gemeinschaften in Deutschland" hat Heinrich Bedford-Strohms Kuratoriums-Mitgliedschaft im Münchner Forum für Islam (MFI) verurteilt. Bedford-Strohm solle in einer Zeit der "Herausforderung und Bedrohung durch den Islam (...) die Seinen zusammenhüten", forderte der Vorsitzende Ulrich Rüß.

Heinrich Bedford-Strohm hat auf Facebook auf diesen Vorwurf geantwortet. "Ich habe Stimmen gehört, die sagen, der Islam sei per se eine Religion der Gewalt. Man muss sich klar machen, was man da über die Millionen Muslime sagt, die hier in Deutschland friedlich mit uns leben. Das hilft dem friedlichen Zusammenleben der Religionen, das wir so dringend brauchen, nicht!"

Der Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof bekräftigte zudem erneut, dass er vorhabe, das geplante Islam-Zentrum zu unterstützen. "Viel besser und aus meiner Sicht viel christlicher ist: mit offenen Armen auf andere Menschen zugehen und die Orientierung an der Menschenwürde, die wir zu Recht von religiösen Traditionen erwarten dürfen, genau dadurch selbst ausstrahlen, dass wir sie als Menschen achten und wertschätzen."

Gemeinsam mit den Muslimen innerhalb des Zentrums wolle er gegen einen Fundamentalismus eintreten, "der den Namen Gottes missbraucht, indem er anderen Gewalt antut und Tod und Schrecken verbreitet". Die Liebe Jesu ausstrahlen heiße, diese Liebe im interreligiösen Dialog auch gegenüber Gläubigen anderer Religionen zu leben.

Heinrich Bedford-Strohms ganze Stellungnahme finden Sie hier.