Zu diesem Zweck stellt der Filme einige jener Menschen vor, die in ihrer Heimat verfolgt worden und nach Deutschland geflohen sind. Vor allem der attraktiven jungen Tschetschenin Larisa, die sich hingebungsvoll um ihre fünf jüngeren Geschwister kümmert, dürften die Sympathien zufliegen, zumal sie zunächst nach Polen abgeschoben werden soll. Auch das Schicksal des pakistanischen Ehepaars Malik und Abida geht zu Herzen.
Tilmann P. Gangloff setzt sich seit 40 Jahren als freiberuflicher Medienkritiker unter anderem für "epd medien" mit dem Fernsehen auseinander. Gangloff (geb. 1959) ist Diplom-Journalist, Rheinländer, Vater von drei erwachsenen Kindern und lebt am Bodensee. Er war über 30 Jahre lang Mitglied der Jury für den Grimme-Preis, ist ständiges Mitglied der Jury Kindermedien beim Robert-Geisendörfer-Preis, dem Medienpreis der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), und 2023 mit dem Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik ausgezeichnet worden.
Gerade dank des differenzierten Ansatzes ist "Willkommen auf deutsch" sehenswert, zumal Wendler und Rau auch den Nöten der Verwaltung gerecht werden. Der Film ist in jeder Hinsicht ausgewogen, bringt aber trotzdem die Haltung der Autoren deutlich zum Ausdruck. Die Machart ist allerdings ausgesprochen konventionell. Abgesehen vom Musikeinsatz und dem Verzicht auf einen Kommentar entspricht die Machart bis hin zu den Interviews beim Autofahren dem Standard gängiger TV-Dokumentationen.


