Patientenbeauftragter Laumann rechnet mit Schließung von Krankenhäusern

Patientenbeauftragter Laumann rechnet mit Schließung von Krankenhäusern
Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), geht davon aus, dass die Krankenhausreform zu weniger Kliniken führen wird.

Durch die geplante Bezahlung nach Qualität würden voraussichtlich Kliniken fusionieren oder sich spezialisieren müssen, sagte Laumann der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe). "Zur Wahrheit gehört aber auch: Es wird sicherlich die eine oder andere Krankenhausschließung geben."

In einigen Städten existierten zurzeit im Umkreis von fünf Kilometern gleich mehrere Krankenhäuser, sagte der CDU-Politiker. Im Vergleich zu anderen Ländern gebe es in Deutschland enorm viele Krankenhausbetten. Während nach Laumanns Worten in Deutschland 822 Betten auf 100.000 Einwohner kommen, sind es in den Niederlanden 466. "Dies wird man so wahrscheinlich nicht aufrecht erhalten können."

Schon heute hätten es viele kleine Krankenhäuser mit weniger als 200 Betten schwer, gab Laumann zu bedenken. Bei planbaren Operationen würden Patienten in Zukunft stärker danach entscheiden, wer in der Region den Eingriff am besten vornehmen könne. "Das kann am Ende bedeuten, dass einige Krankenhäuser aus dem Markt ausscheiden werden", sagte der Patientenbeauftragte. Die Kosten für die Krankenhausreform bezifferte Laumann auf 6,2 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020.

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