Stiftung startet Kampagne gegen Kinderehen

Jeden Tag werden nach Angaben der Stiftung Weltbevölkerung weltweit 40.000 Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet.

Damit werde alle zwei Sekunden eine Kinderehe geschlossen, teilte die Stiftung mit Sitz in Hannover am Freitag mit. Rund ein Drittel dieser Mädchen sei noch nicht einmal 15 Jahre alt. Mit ihrer Kampagne "Heiraten ist kein Kinderspiel" will die Stiftung Druck auf die Bundesregierung ausüben, sich beim G-7-Gipfel für die Rechte von Mädchen einzusetzen.

"Kinderehen müssen endlich der Geschichte angehören", sagte die Geschäftsführerin der Stiftung, Renate Bähr, am Rande der Protestaktion "Kinderbräute" am Freitag in Berlin. Eine frühe und ungewollte Heirat nehme den Mädchen in Entwicklungsländern ihre grundlegenden Rechte. Wenn Mädchen verheiratet würden, müssten sie oft die Schule abbrechen und könnten keine Ausbildung machen. Viele Mädchen würden bald nach der Heirat schwanger, was in dem jungen Alter lebensgefährlich sein könne.

Bähr appellierte an die Bundesregierung, sich als Gastgeber des G-7-Gipfels auf Schloss Elmau für die Rechte von Mädchen und Frauen starkzumachen. Die Stiftung Weltbevölkerung ist nach eigenen Angaben eine international tätige Entwicklungsorganisation.