Gerechtes Wirtschaften und Homo-Ehe bewegen Kirchentag

Gerechtes Wirtschaften und Homo-Ehe bewegen Kirchentag
Der Kirchentag widmet sich den aktuellen politischen Themen. Nachdem Joachim Gauck am Donnerstag Sympathie für eine Aufwertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften erkennen ließ, wird am Freitag Angela Merkel über digitalen Wandel sprechen.

Zum 35. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart wird für Freitag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet. Die Regierungschefin spricht am Vormittag zum Thema "Digital und klug? - Wie wir Wirtschaft und Gesellschaft gestalten". Gast des Protestantentreffens sind zahlreiche weitere Mitglieder des Bundeskabinetts, unter ihnen Vizekanzler Sigmar Gabriel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (beide SPD). Forderungen nach einer gerechten Wirtschaftsordnung und die Debatte über die Homo-Ehe hatten den Kirchentag am Donnerstag geprägt.

Die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, kritisierte in Stuttgart Gier an den Finanzmärkten und regte einen Schuldenerlass für Griechenland an. Bundespräsident Joachim Gauck meldete sich in der Debatte über die Homo-Ehe zu Wort und ließ Sympathie für eine weitere Aufwertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften erkennen. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) nannte Aussagen der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer "unterirdisch und respektlos". Die CDU-Politikerin hatte die Homo-Ehe in die Nähe von Inzest und Polygamie gerückt. Schwesig sagte auf dem Kirchentag, Familie sei überall dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernähmen. Sie schloss dabei die sogenannten Regebogenfamilien ausdrücklich ein.

Mit Blick auf ausbeuterische Kinderarbeit in vielen Ländern rief Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi die Wirtschaft zu verantwortlichem Handeln auf. "Wir müssen eine Kultur der sozialen Verantwortung der Unternehmer schaffen", sagte der indische Kinderrechtler in Stuttgart: "Die Globalisierung der Volkswirtschaften und Märkte wird nicht zu einer nachhaltigen Gesellschaft führen."

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