Stuttgarter Friedenspreis für Lampedusas Bürgermeisterin

Stuttgarter Friedenspreis für Lampedusas Bürgermeisterin
Giuseppina Maria (Giusi) Nicolini (54), Bürgermeisterin der Mittelmeerinseln Lampedusa und Linosa, erhält den Stuttgarter Friedenspreis 2015.

Nicolini werde für ihre klaren Worte zum "menschenverachtenden Umgang" der EU mit Flüchtlingen an ihren Außengrenzen und ihre tatkräftige Hilfe für die auf Lampedusa ankommenden Mittelmeerflüchtlinge geehrt, teilte das Stuttgarter Bürgerprojekt Die AnStifter am Montag mit. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird am 6. Dezember in Stuttgart verliehen. Er ist aus Spenden finanziert.

In diesem Jahr werde eine Frau geehrt, die sich für diejenigen einsetze, "die der Hölle in Syrien und Libyen entkommen sind, aber von der Europäischen Union grausamst im Stich gelassen werden", erklärte Fritz Mielert, Geschäftsführer der AnStifter. Gerade in Zeiten, in denen die Friedensnobelpreisträgerin Europäische Union den Tod Tausender Flüchtlinge billigend in Kauf nehme, sei die Auszeichnung "ein klares Zeichen für Humanität".

Nicolini ist auf Lampedusa aufgewachsen und setzt sich für den Umweltschutz auf der Mittelmeerinsel ein. Seit 2012 nimmt sie Stellung zur Flüchtlingspolitik der Europäischen Union. Seither sei sie Anfeindungen und Anschlägen ausgesetzt, heißt es in der Mitteilung. Die Bürgermeisterin fordert eine gemeinsame europäische Seerettungsaktion und einen langfristigen Einsatz gegen die Problemursache, die instabile Lage in den Herkunftsländern der Migranten.

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