Fehler im offiziellen Bericht über den Tod mexikanischer Studenten

Fehler im offiziellen Bericht über den Tod mexikanischer Studenten
Forensische Experten aus Argentinien haben starke Zweifel am Bericht der mexikanischen Staatsanwaltschaft über den Tod von 43 Studenten geäußert.

Sie kritisierten zahlreiche Unregelmäßigkeiten, Intransparenz und falsche Schlussfolgerungen in dem offiziellen Dokument, wie es in der Zeitung "La Jornada" vom Sonntag heißt. Die Familien der Studenten hatten um die Unterstützung der unabhängigen argentinischen Experten gebeten, weil sie kein Vertrauen in die staatlichen Organe haben.


Die jungen Leute waren vor mehr als vier Monaten im Bundesstaat Guerrero verschleppt und ermordet worden. Der Massenmord wurde nach Zeugenaussagen von dem örtlichen Bürgermeister in Auftrag gegeben. Mitglieder der Drogenmafia führten zusammen mit lokalen Polizisten das Verbrechen aus.

Die mexikanische Staatsanwaltschaft hatte die 43 Jugendlichen vor zwei Wochen offiziell für Tod erklärt. Bislang konnte allerdings nur ein Student anhand von Knochenüberresten identifiziert werden. Bandenmitglieder hatten den Mord gestanden und ausgesagt, die Studenten auf einer Müllhalde nahe der Stadt Iguala verbrannt zu haben.

Die argentinischen Experten werfen der Staatsanwaltschaft vor, wichtiges Beweismaterial nicht ausgewertet zu haben. So sei die Müllhalde als möglicher Ort des Verbrechens nicht bewacht worden. Außerdem wurde nicht das ganze Territorium nach Spuren untersucht. Die argentinischen Wissenschaftler verwiesen auch auf Fehler bei der genetischen Analyse in den Laboruntersuchungen. Sie fordern deshalb die mexikanische Staatsanwaltschaft auf, die Untersuchungen in einem größeren Umkreis weiter fortzusetzen.

Die Familien der Studenten hatten bereits zuvor die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft bezweifelt. Sie verlangen eine eindeutige genetische Identifikation der Leichen.

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