Gedenkgottesdienst für Opfer der Bombardierung Weimars vor 70 Jahren

Gedenkgottesdienst für Opfer der Bombardierung Weimars vor 70 Jahren
Mit einem Gottesdienst in der Weimarer Stadtkirche hat die evangelische Kirche am Sonntag an die rund 1.850 Bombenopfer des Zweiten Weltkrieges in der Thüringer Kulturstadt erinnert.

Allein beim schwersten Luftangriff vor 70 Jahren waren am 9. Februar 1945 über 1.100 Menschen gestorben, darunter über 600 KZ-Häftlinge und 80 Kinder. Bei einem "ehrlichen Gedenken" müsse auch darauf verwiesen werden, dass die Ursache für das damalige Geschehen "nationalsozialistisch-deutscher Größenwahn" gewesen sei, sagte Pfarrer Sebastian Kircheis in der Predigt.

Weder die Weimarer geistige Elite noch die evangelische Kirche, "die doch etwas gewusst haben muss vom Geist der Bergpredigt und von der Botschaft des Kreuzes Christi", hätten im Nationalsozialismus "dem Weg in die Katastrophe auch nur ansatzweise entgegengewirkt", sagte Kircheis. Zugleich warnte er vor "Menschen, die manipulieren, Geschichte verdrehen, Ängste schüren, Ursachen und Folgen bewusst vermischen" und dies "unter dem Mantel der Meinungsfreiheit auch noch öffentlich kundtun".

Weimar war seit August 1944 wiederholt das Ziel alliierter Luftangriffe auf deutsche Städte. Die Hauptstadt des nationalsozialistischen "Schutz- und Trutzgaus Thüringen" war ein wichtiges administratives Zentrum des NS-Staates und ein bedeutender Standort der Rüstungsindustrie. Beim ersten Angriff am 17./18. August 1944 auf den Rüstungsbetrieb am KZ Buchenwald starben 388 Häftlinge, rund 2.000 wurden verletzt. Insgesamt forderten die Bombenangriffen auf Weimar bis Kriegsende etwa 1.850 Todesopfer, darunter 102 Kinder.

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