Bundesregierung stärkt Kampf gegen Genitalverstümmelung

Bundesregierung stärkt Kampf gegen Genitalverstümmelung
Die Bundesregierung setzt sich verstärkt für den Kampf gegen Genitalverstümmelung bei Frauen in Deutschland und in Europa ein.

Gemeinsam mit der EU, den Bundesländern und Hilfsorganisationen wolle man diese Menschenrechtsverletzung nachhaltig überwinden, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerin, Caren Marks (SPD), am Mittwoch in Berlin. Projekte zur Prävention und die Zusammenarbeit mit den betroffenen Gruppen müssten unterstützt werden.

Die SPD-Politikerin äußerte sich anlässlich einer Fachkonferenz der Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes". Vor zwei Jahren hat die Organisation das EU-Projekt "Change" initiiert. Darin werden Mitglieder afrikanischer Gemeinschaften als sogenannte Change-Agents ausgebildet. Sie wollen die Gemeinden davon überzeugen mit der Tradition der Genitalverstümmelung zu brechen.

Schätzungen zufolge sind 140 Millionen Mädchen und Frauen weltweit von Genitalverstümmelung betroffen. Vor allem in einigen Staaten Afrikas, des Nahen Ostens und Asiens ist diese Praxis verbreitet. Auch in Europa sind jedes Jahr bis zu 180.000 Mädchen in Gefahr. In Deutschland sollen mindestens 2.500 Mädchen gefährdet seien, heimlich im In- oder Ausland an ihren Genitalien verstümmelt zu werden.

Die Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen ist seit 2013 im Strafgesetzbuch ausdrücklich verboten. Das Bundesfamilienministerium hat 2014 die Federführung für die Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland übernommen. Zudem haben Bund und Länder, Hilfsorganisationen sowie die Ärztekammer eine Arbeitsgruppe zum Thema ins Leben gerufen.

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