Rotes Kreuz öffnet Ebola-Station in Liberia für andere Kranke

Rotes Kreuz öffnet Ebola-Station in Liberia für andere Kranke
Als Reaktion auf die gesunkene Zahl von Ebola-Fällen in Westafrika hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sein Behandlungszentrum in Liberia für die Versorgung anderer Patienten umfunktioniert.

Behandelt würden in der Station in der Hauptstadt Monrovia Menschen mit schweren Infektionskrankheiten, deren Versorgung in den staatlichen Kliniken nicht sichergestellt werden kann, sagte DRK-Sprecherin Alexandra Burck. Ursprünglich sei das Zentrum für bis zu 100 Ebola-Patienten vorgesehen gewesen. Es seien jedoch keine Ebola-Erkrankten dort behandelt worden.


Die Umwidmung sei ein Pilotprojekt auf Initiative des liberianischen Gesundheitsministeriums und laufe mit 20 Betten an, erläuterte Burck: "Wenn es gut läuft, können auch andere Ebola-Behandlungszentren umgewidmet werden, die leer stehen." Es gebe Bedarf bei der Versorgung von Patienten unter anderem mit Atemwegserkrankungen, Malaria und Dengue-Fieber. "Und wenn das Land ebola-frei ist, muss man sehen, wie es mit dem Behandlungszentrum weitergeht", sagte Burck.

Das DRK betreibt das Behandlungszentrum seit Weihnachten. Noch im November sei die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von einem Bedarf von 1.000 Betten im Januar für die Behandlung von Ebola-Patienten ausgegangen, sagte Burck. Seit Inbetriebnahme wurden stattdessen einheimische Ärzte, Techniker, Pfleger und Hygieniker für die Behandlung von Ebola geschult. Derzeit arbeiten rund 40 deutsche Helfer in dem Zentrum, davon kommen rund ein Drittel vom DRK und der Rest von der Bundeswehr.

Das liberianische Gesundheitsministerium hat sich zum Ziel gesetzt, dass es ab April keine Neuansteckungen mehr gibt. Laut Weltgesundheitsorganisation infizierten sich in der Woche vom 18. Januar in Liberia acht Menschen neu mit dem gefährlichen Virus. Insgesamt wurden in den drei Schwerpunktländern Sierra Leone, Liberia und Guinea in der Woche 145 Fälle registriert. Auch wenn die Zahl der Neuansteckungen in Liberia sehr deutlich zurückgegangen ist und ein erneutes Aufflammen unwahrscheinlich scheint, sieht das Rote Kreuz die Gefahr noch nicht gebannt.

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