Historiker: Fehlendes Westfernsehen bis 1989 Ursache für "Pegida"

Historiker: Fehlendes Westfernsehen bis 1989 Ursache für "Pegida"
Der Historiker Heinrich August Winkler sieht im fehlenden Zugang zum Westfernsehen bis 1989 eine Ursache für den starken "Pegida"-Zulauf in Dresden.

"Das sogenannte Tal der Ahnungslosen. Das wirkt bis heute nach", sagte Winkler der "Wirtschaftswoche" laut Vorabmeldung vom Samstag. Es sei kein Zufall, dass sich ausgerechnet dort eine zutiefst antiwestliche Bewegung formiert habe.

"Pegida" knüpfe an die Ressentiments und Vorbehalte der Deutschen gegenüber der westlichen Demokratie zu Beginn des 20. Jahrhunderts an. Dem Pluralismus der westlichen Zivilisation habe man damals die Verherrlichung eines starken Staates entgegengehalten. "An diese Denktradition, die ganz wesentlich zur Zerstörung der Weimarer Republik beigetragen hat, knüpfen die Initiatoren der Dresdner Demonstrationen an", erklärte Winkler.

In Dresden waren zu DDR-Zeiten keine westdeutschen Fernsehsender zu empfangen. Die Stadt an der Elbe wurde deshalb spöttisch als "Tal der Ahnungslosen" bezeichnet.

Meldungen

Top Meldung
Die Gründe in die Kirche einzutreten sind vielfältig
Die EKD möchte in Zukunft verstärkt mit Konfessionslosen in Kontakt treten. Man wolle unter anderem den Raum für Auseinandersetzung eröffnen und die Glaubwürdigkeit der Kirche und ihrer Kommunikation des Evangeliums verbessern, heißt es in einem neuen Grundlagentext.