Kirche in Südafrika weist Hunderten Flüchtlingen die Tür

Kirche in Südafrika weist Hunderten Flüchtlingen die Tür
Im südafrikanischen Johannesburg müssen rund 500 Flüchtlinge eine Kirche verlassen, in der sie jahrelang gelebt hatten. "Wir haben ein Gebäude in Soweto bekommen, außerdem haben viele Familien in der Region angeboten, Flüchtlinge aufzunehmen", sagte der ehemalige methodistische Bischof Paul Verryn am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Räumung der Kirche hatte am Mittwoch begonnen. Am Freitag hielten sich etwa noch rund 100 Flüchtlinge in dem Gebäude auf. Die meisten kommen aus Simbabwe. Einige müssen nun die Ausweisung aus Südafrika befürchten, wie Medien berichteten. Die Kirchenleitung hatte beschlossen, das heruntergekommene Gebäude der Central Methodist Church umfassend renovieren zu lassen. Verryn geht in eine andere Gemeinde.

Die Kirchengemeinde und ihr Bischof Verryn hatten 2008 Schlagzeilen gemacht, weil sie zeitweise bis zu 3.000 Menschen Schutz boten, die vor einer Welle ausländerfeindlicher Gewalt in Südafrika geflohen waren. Der Bischof geriet aber später in der Methodistischen Kirche im Südlichen Afrika unter Druck und verlor wegen Eigenmächtigkeit seine Führungsposition.

Auch zog sich Verryn den Zorn der Behörden zu, die in der Kirche nach illegal Zugewanderten suchen wollten. Zeitweise hausten die Flüchtlinge in slum-artigen Verhältnissen in der Kirche, viele Fensterscheiben gingen zu Bruch. Es gab viele Beschwerden über Bandenkriminalität, Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Meldungen

Top Meldung
Ein ökumenischer Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom soll am 14. Dezember 2019 an die im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge erinnern.
Mit einer Mahnwache und einem ökumenischen Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom soll am 14. Dezember an die im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge erinnert werden.