Gustav-Adolf-Werk sorgt sich um evangelische Kirchen in der Ukraine

Enno Haaks

Foto: Gustav-Adolf-Werk e.V.

Enno Haaks, Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werks

Gustav-Adolf-Werk sorgt sich um evangelische Kirchen in der Ukraine
"Mich beschäftigt vor allem, dass unsere beiden Partnerkirchen - die Reformierte Kirche in Transkarpatien und die sogenannte Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche in der Ukraine - massiv in diesen Konflikt reingezogen wurden", sagte der Generalsekretär des Diasporawerks der Evangelischen Kirche in Deutschland, Enno Haaks, dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche in der Ukraine sei "praktisch zerrissen" worden, fügte Haaks hinzu. Es gebe sieben Gemeinden auf der Krim, die sich nun neu registrieren lassen müssten und damit rechtlich zu Russland gehören werden. Die Annektierung der Krim habe ohnehin zu großen Spannungen auch zwischen den Kirchen geführt.

"Was man offen merkt, ist, dass zum Beispiel keine Pfarrer-Entsendungen in die Krim mehr möglich sind", sagte Haaks. Zwei Pfarrer hätten schon die Region verlassen müssen.Doch auch die Reformierte Kirche mit ungarischsprachigen Gemeinden im Westen des Landes sei direkt von der Krise betroffen. "Durch die Mobilisierung der ukrainischen Armee wurden viele junge Männer aus diesen ungarischsprachigen Dörfern eingezogen, sie haben auch schon die ersten Toten beerdigt", sagte der Generalsekretär. Die Menschen lebten dort sehr autark und meist von der Landwirtschaft: "Wenn dort die Männer fehlen, ist das existenziell bedrohlich!"

Zudem seien mittlerweile etwa eine halbe Million Menschen in der Ukraine vertrieben worden, was auch das Gemeindeleben belaste. "Viele Pfarrer sind damit beschäftigt, einfach das tägliche Leben und die Sozialstruktur in ihren Gemeinden aufrecht zu erhalten", sagte Haaks.

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