Deutscher Industrie- und Handelskammertag kritisiert Frauenquote

Deutscher Industrie- und Handelskammertag kritisiert Frauenquote
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat die von der Regierungskoalition beschlossene Frauenquote als die "falsche Antwort" auf ein wichtiges Thema kritisiert.

Deutlich besser seien Lösungen, um Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bekommen, sagte Präsident Eric Schweitzer der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstagausgabe). Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag ist die Dachorganisation der bundesweit 80 Industrie- und Handelskammern.


Nach den Plänen der Großen Koalition müssen ab 2016 mindestens 30 Prozent der Aufsichtratsposten in über 100 börsennotierten Unternehmen mit Frauen besetzt werden. Sie gilt für Neubesetzungen, Ausnahmen soll es keine geben. Die Beschlüsse sollen bereits am 11. Dezember im Bundeskabinett verabschiedet werden. Rund 3.500 mittelgroße Firmen, die börsennotiert oder mitbestimmungspflichtig sind, sollen sich selbst Ziele setzen können.

Viele Unternehmen hätten bereits Programme gestartet, um gezielt Frauen in Führungspositionen zu fördern, sagte Schweitzer. Ferner hätten sich die großen börsennotierten Unternehmen fast alle selbst Zielquoten gesetzt. Das Potenzial qualifizierter und motivierter Frauen werde in den Unternehmen auf allen Ebenen gebraucht

Dass fast jede zweite Frau in Teilzeit arbeite und dies im Schnitt gerade mal 19 Stunden pro Woche, liege nicht zuletzt an dem immer noch unzureichenden Angebot von Kinderbetreuung, kritisierte Schweitzer: "Wir brauchen deshalb dringend an den Berufsalltag angepasste Kita-Öffnungszeiten und Ganztagsschulen."

Kritisch äußerte sich Schweitzer zu der politischen Vorgabe, dass ein Posten leer bleiben müsse, wenn eine freie Stelle nicht nach der Quote besetzt werden könne. Dies gefährde die Beschlussfähigkeit der Aufsichtsräte.

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