Missionsärztin sieht Hoffnung im Kampf gegen Ebola

Missionsärztin sieht Hoffnung im Kampf gegen Ebola
Nach einem ersten Besuch im September ist Gisela Schneider nun erneut in das am stärksten von der Seuche betroffene Liberia gereist, um Hilfen zu koordinieren. Sie beobachtet Fortschritte, die Gefahr sei aber noch lange nicht gebannt.

Im westafrikanischen Liberia zeigt die Ebola-Hilfe nach Einschätzung der Missionsärztin Gisela Schneider inzwischen Wirkung. "Die Zeit, in der die Menschen am Straßenrand lagen und starben, ist glücklicherweise vorbei", sagte die Leiterin des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission in der Hauptstadt Monrovia. Dennoch könne bei der Ebola-Epidemie von Entwarnung noch längst keine Rede sein.

Schneider beobachtet aber einen Stimmungsumschwung in der Bevölkerung. "Die Menschen sind nicht mehr nur verzweifelt. Man spürt Hoffnung und Zuversicht, die Krise überwinden zu können", erklärte die Medizinerin, die nach ihrem ersten Besuch im September erneut nach Liberia gereist ist, um Hilfe zu koordinieren. Die Weltgesundheitsorganisation hatte am Mittwoch für Liberia erstmals rückläufige Ebola-Neuinfektionen gemeldet. Mit mehr als 6.500 Ebola-Fällen ist Liberia am stärksten von der Seuche betroffen. Rund 2.400 der Ebola-Kranken sind gestorben.

Schneider zufolge werden Konzepte zur Prävention und Krankenversorgung nun tatsächlich umgesetzt. Die Gefahr sei aber noch nicht gebannt. Jeder einzelne Infizierte könne potenziell eine neue Ansteckungswelle auslösen, warnte sie. Der Kampf gegen Ebola "ist erst vorbei, wenn die Zahlen auf null stehen".

Beeindruckt zeigte sich die Ärztin vor allem von ihren Besuchen in Dörfern. Einmal habe ein ihr ein vierjähriges Mädchen gleich zur Begrüßung zugerufen: "Mein Papa sagt, du sollst dir die Hände waschen." Dies wertete sie als wichtiges Zeichen. "Da merkt man, dass die Präventionsmaßnahmen wirklich ankommen und die Leute beginnen, sich selbst zu schützen", sagte Schneider.

Auch in den Slums von Monrovia sei endlich Hilfe angekommen. "Vor zwei Monaten war das Gesundheitssystem zusammengebrochen. 20.000 bis 30.000 Menschen waren ohne ärztliche Versorgung", erinnert sich die Ärztin an ihren ersten Besuch im September.

Nun würden Freiwillige ausgebildet, es gebe genügend Plätze für alle Patienten, und zudem seien funktionierende Notruf-Telefone geschaltet worden. Schneider: "Was ich hier erlebe, ist ganz anders, als das Bild, das in den letzten Wochen durch die Medien in Europa transportiert wurde."

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