Politologe: "Islamischer Staat" ist auch Folge westlicher Politik

Politologe: "Islamischer Staat" ist auch Folge westlicher Politik
Der Politikwissenschaftler Arno Klönne führt das Erstarken der Miliz "Islamischer Staat" (IS) auch auf die westliche Politik der vergangenen Jahren zurück.

Das blutige Treiben der islamistischen Kämpfer entstamme keineswegs nur einer "wahnhaften Auslegung von Religion", schreibt Klönne in einem Gastbeitrag für die in Bielefeld erscheinende "Neue Westfälische" (Donnerstagsausgabe). "Islamischer Terrorismus heute ist wesentlich eine 'Nebenwirkung' skrupelloser geopolitischer Vorgehensweisen der vermeintlich so aufgeklärten, angeblich nur auf die Durchsetzung von Menschenrechten sinnenden großen Mächte."


Der Westen habe sich in der Vergangenheit mit islamistischen Kämpfern verbündet, wenn das den geopolitischen Absichten diente, schreibt der emeritierte Professor der Universität Paderborn. Dass sich "die Zauberlehrlinge gegen den Meister" wenden könnten, sei nicht bedacht oder in Kauf genommen worden. Klönne weist darauf hin, dass sich das Waffenarsenal der islamistischen Kämpfer vor allem aus Rüstungsexporten aus der Vergangenheit speise, "von China bis zu den USA, auch aus der Bundesrepublik".

Die IS-Miliz hat weite Teile der Bürgerkriegsländer Syrien und Irak erobert, wo die Terrorbande ein grausames Regime errichtet. Die UN wirft den Kämpfern Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.

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