Wechselwirkungen von Medikamenten gefährden Ältere

Wechselwirkungen von Medikamenten gefährden Ältere

Foto: Getty Images/iStockphoto/Ocskaymark

Wechselwirkungen von Medikamenten gefährden Ältere
Jeder zehnte Krankenhauspatient im Rentenalter wird wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge wegen gefährlicher Wechselwirkungen von Arzneimitteln in die Klinik eingeliefert.

"Das Problem lebensgefährlicher Wechselwirkungen der von den Ärzten verschriebenen Medikamente ist gerade bei Patienten im Alter über 65 Jahren gewaltig", sagte Gerd Glaeske, Professor für Arzneimittelversorgungsforschung an der Universität Bremen, der Tageszeitung "Die Welt" vom Montag: "10,2 Prozent der über 65-Jährigen, die ins Krankenhaus eingewiesen werden, leiden unter einem Zuviel an Arzneimitteln."


Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), forderte Krankenkassen und Ärzte auf, den Weg freizumachen für eine voll funktionsfähige elektronische Versichertenkarte, die sämtliche Rezepte für einen Patienten speichern kann. "Das Problem der unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist ohne eine funktionierende elektronische Gesundheitskarte nicht zu lösen", sagte der CDU-Politiker der "Welt". Es sei "zwingend notwendig", dass dort auch Medikationsdaten abgespeichert würden.

"Es ist eine Katastrophe, dass nach so vielen Jahren dort bislang nur ein Foto zu finden ist", kritisierte Laumann. Viele wollten offenbar nicht, dass mehr Transparenz im Gesundheitswesen geschaffen werde. "Wir werden mit dem E-Health-Gesetz, das wir bald vorlegen werden, Bewegung in die Sache bringen", kündigte Laumann an.

Von gesundheitsgefährdenden Wechselwirkungen sind vor allem ältere Patienten besonders betroffen, weil etwa die Hälfte von ihnen an zwei oder mehr Erkrankungen gleichzeitig leidet und entsprechend viele Arzneimittel und Wirkstoffe einnimmt, wie die Zeitung berichtet.

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