Jeder zweite Deutsche für mehr Flüchtlingsaufnahme

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Jeder zweite Deutsche für mehr Flüchtlingsaufnahme
Deutschland sollte in Krisenzeiten mehr Flüchtlinge aufnehmen. Rund die Hälfte der Bundesbürger ist dieser Meinung. Viele sind auch bereit, sich selbst in der Flüchtlingsarbeit zu engagieren.

Angesichts der vielen Krisenherde weltweit befürwortet die Hälfte der Deutschen die Aufnahme von mehr Flüchtlingen. Wie aus dem am Freitag veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend hervorgeht, sind 48 Prozent von rund 1.000 bundesweit Befragten dafür. 45 Prozent lehnen es ab. Befragt wurden 1.008 wahlberechtigte Bundesbürger.

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Die wichtige Rolle von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit hob Kirchenpräsident Volker Jung (EKHN) hervor. Jung ist auch Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland. "Viele Deutsche sind eher bereit zu sehen: Wir können Menschen aufnehmen, wir haben die Kraft dazu. Wir sind ein reiches Land in der Welt, es geht uns gut."

Europapolitiker Brok gegen Massenaufnahme

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, Elmar Brok (CDU), hat Forderungen nach einer Massenaufnahme syrischer und irakischer Flüchtlinge in der EU zurückgewiesen. Man möchte nicht, "dass die Menschen alle hierher kommen", sagte Brok am Freitag im SWR. "Die Menschen sollen in der Region bleiben", ergänzte er. Vielmehr müsse die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) bekämpft werden, um den Geflohenen die Möglichkeit zu geben, in ihre Dörfer zurückzukehren. Es wäre auch ein Sieg für den IS, wenn die Christen, Jesiden und Kurden aus der Region vertrieben würden, sagte Brok. Er forderte allerdings angesichts des bevorstehenden Winters, die humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge in den Nachbarländern Syriens und des Iraks zu erhöhen.

Der CDU-Politiker unterstützte zudem die Forderung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) nach einer anderen Verteilung der Flüchtlinge in der EU. Bei gutem Willen könnte eine Quotenregelung schnell umgesetzt werden, sagte er.