Erzbischof Woelki verlässt Berlin mit schlechtem Gewissen

Erzbischof Woelki verlässt Berlin mit schlechtem Gewissen
Der scheidende Berliner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki verlässt Berlin nach eigenen Worten mit einem "schlechten Gewissen". Dass er gemeinsam mit seinen Mitarbeitern die begonnene Arbeit in der Bundeshauptstadt nicht fortsetzen könne, bereite ihm schon ein schlechtes Gewissen, sagte Woelki der "Berliner Zeitung (Samstagsausgabe). "Es ist, als würden einem noch in der Anfangsphase eines Langstreckenlaufs unversehens die Beine weggerissen. Damit tue ich mich schwer."

Der aus Köln stammende Woelki verlässt nach nur drei Jahren Berlin in Richtung seine Heimatstadt, wo er am 20. September in das Amt des Kölner Erzbischofs eingeführt wird. Er habe in Berlin sehr viel dazugelernt, sagte Woelki weiter. "Zum Beispiel, dass ich Menschen, die anders leben als ich, mit Respekt und Achtung begegnen kann und muss, ohne dass ich ihre Lebensentwürfe immer teile."

Das was man Pluralität nenne, habe er in Berlin viel stärker wahrgenommen als im Rheinland. In Köln habe er sich doch vorwiegend in katholischen Milieus bewegt. Der 58-Jährige war vor seiner Ernennung zum Berliner Erzbischof 2011 bereits als Weihbischof in Köln tätig.

Woelki lobte auch das Verhältnis zu Berlins ebenfalls scheidenden Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Er rechne ihm hoch an, wie er Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch 2011 willkommen geheißen und dass er ihn selbst zu seiner Kardinalsernennung nach Rom begleitet habe, sagte Woelki. Bei allen Differenzen, beispielsweise über den Religionsunterricht, sei ihm Wowereit immer fair, verlässlich und herzlich begegnet. In Berlin wird Woelki am kommenden Wochenende offiziell verabschiedet.

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