Diakoniestiftung fordert Aufnahme Behinderter in Fonds für Opfer der Heimerziehung

Diakoniestiftung fordert Aufnahme Behinderter in Fonds für Opfer der Heimerziehung
Die Einrichtungen der Behindertenhilfe machen mobil gegen den Ausschluss vom Hilfsfonds für Opfer der Heimerziehung.

"Es handelt sich um ein schreiendes Unrecht, wenn Menschen aus Heimen der Behindertenhilfe vom Genuss der Mittel des Fonds ausgeschlossen bleiben", sagte Dierk Starnitzke, Vorstandssprecher der Diakonischen Stiftung Wittekindshof, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er sprach von einer "offensichtlichen Diskriminierung". Objektive Gründe für einen Ausschluss von ehemaligen Heimbewohnern der Behindertenhilfe ließen sich kaum erkennen.

Der Fonds Heimerziehung West wurde 2012 errichtet und mit 120 Millionen Euro ausgestattet, die zu gleichen Teilen vom Bund, den Ländern und den beiden großen Kirchen erbracht werden sollen. Weitgehend zeitgleich wurde der Fonds Heimerziehung in der DDR errichtet. Aus den Fonds können Rentenersatzleitungen und Maßnahmen finanziert werden, die Folgeschäden aus der Heimerziehung ausgleichen beziehungsweise mildern. Zahlungen an Kinder aus Behinderteneinrichtungen sind ausdrücklich nicht vorgesehen.


Jetzt läuft potenziellen Opfern die Zeit davon: Leistungen können nur noch bis zum 31. Dezember dieses Jahres eingefordert werden. Starnitzke will den Druck auf die Politiker erhöhen: Die Träger gingen jetzt an die Öffentlichkeit, "um dieses Unrecht deutlich anzuprangern".

Er verwies auf etliche historische Untersuchungen, die die Einrichtungen selbst veranlasst hätten. Denen sei zu entnehmen, "dass die problematischen Geschehnisse in Einrichtungen der Behindertenhilfe um keinen Deut besser zu beurteilen sind als die Verfehlungen in der Erziehungshilfe". Auch deshalb müsse der Fonds für Menschen mit Behinderungen geöffnet werden.

Zwar ist dem Fachmann zufolge bereits abzusehen, dass die veranschlagten 120 Millionen Euro schon für ehemalige Heimkinder der Erziehungshilfe nicht ausreichen werden und der Fonds aufgestockt werden muss. "Es darf aber nicht sein, dass ausgerechnet ehemalige Kinder und Jugendliche aus Heimen der Behindertenhilfe dabei nach wie vor unberücksichtigt bleiben und ihre Fälle endgültig aussortiert werden."

Starnitzke forderte, dass vor Auslaufen des Fonds Heimerziehung zum Jahresende eine politische Lösung auch für die behinderten Menschen gefunden wird: "Entweder durch eine Öffnung des bestehenden Fonds oder durch die Einrichtung eines neuen."

1887 in Bad Oeynhausen gegründet, betreut die Diakonische Stiftung Wittekindshof heute rund 2.700 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistigen und mehrfachen Behinderungen.

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