ARD erhält Hunderte Zuschriften zu Evangelikalen-Doku

ARD erhält Hunderte Zuschriften zu Evangelikalen-Doku
Als Reaktion auf den Film "Mission unter falscher Flagge" über evangelikale Gruppen in Deutschland meldeten sich hunderte Zuschauer bei der der ARD. Die meisten von ihnen waren empört.

Die ARD hat nach ihrer Dokumentation "Mission unter falscher Flagge" in kurzer Zeit Hunderte von Zuschauerreaktionen erhalten. Zwei Drittel davon hätten Empörung ausgedrückt, sagte der zuständige NDR-Redakteur Kuno Haberbusch am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Allerdings habe es auch begeistertes Lob gegeben. Der am Montagabend ausgestrahlte Film befasste sich mit mehreren Gruppierungen aus dem Spektrum evangelikaler Christen in Deutschland.

Die evangelikale Dachorganisation Deutsche Evangelische Allianz hatte am Dienstag kritisiert, der Film sei zu undifferenziert und stelle evangelikale Christen unter einen Generalverdacht. Dazu sagte NDR-Redakteur Haberbusch, die Dokumentation zeige, dass es eine "große Bandbreite von Evangelikalen" gebe. Viele Protagonisten der evangelikalen Szene hätten jedoch Interviews verweigert und Drehverbote ausgesprochen. Deswegen sei an einigen Stellen keine tiefere Einblicke möglich gewesen.

Viele der empörten Reaktionen seien in Form gleichlautender Standardbriefe eingegangen, sagte Haberbusch. Vor allem die persönlichen Zuschriften werde der Sender aber noch detailliert auswerten.

Unter den gezeigten Gruppierungen waren das Gospel-Forum Stuttgart um Peter Wenz, das von Gabriele Wentland geleitete Projekt "Mission Freedom" in Hamburg und die "Tübinger Offensive Stadtmission" von Jobst Bittner. Kritiker werfen evangelikalen Gruppen vor, die Bibel strikt wörtlich auszulegen, extreme Ansichten zu Themen wie Homosexualität oder Abtreibung zu vertreten und Mitglieder unter Druck zu setzen.
 

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