Israelischer Minister beklagt "puren Antisemitismus"

Israelischer Minister beklagt "puren Antisemitismus"
Aus Sicht des israelischen Geheimdienstministers Yuval Steinitz zeigt sich in den antijüdischen Parolen bei Demonstrationen zum Nahost-Konflikt "purer Antisemitismus". Wer solche Parolen verbreite, wolle "einen zweiten Holocaust im Nahen Osten", sagte Steinitz der "Bild"-Zeitung (Mittwochsausgabe). Der Historiker Wolfgang Benz sieht indes in Deutschland keinen wachsenden Antisemitismus.

Der israelische Minister Steinitz sagte: "Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie ein neuer Antisemitismus in den politischen Zentren Europas heranwächst." Er forderte die europäischen Regierungen auf, "diese gefährlichen Tendenzen wirksam zu bekämpfen".

Der 73 Jahre alte Historiker Benz sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwochsausgabe), er halte es für übertrieben, von antisemitischen Ausschreitungen in Deutschland zu sprechen. Natürlich gebe es in Deutschland Antisemitismus. Das sei beklagenswert. "Aber es ist ein konstanter Bodensatz in der Gesellschaft und keineswegs eine Lawine, die größer und größer wird", sagte der frühere Direktor des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung.

Zu beobachten sei hingegen, dass "die Stimmung gegenüber dem Staate Israel immer schlechter" werde, was wiederum seine Gründe habe. Das sei aber kein Antisemitismus.

Dem Radiosender Bayern 2 sagte Benz am Mittwoch, jede sachliche Kritik an der israelischen Politik sei berechtigt. Antisemitismus sei die pauschale Verdammung von Juden, das sei ein großer Unterschied. "Mir scheint, dass Aktivisten diesen Unterschied derzeit versuchen zu verwischen, um antiisraelische Demonstrationen zu antisemitischen Ausschreitungen umzudeuten", sagte der Historiker.

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