Geld im Heimkinder-Fonds reicht nicht

Geld im Heimkinder-Fonds reicht nicht
Die Zahl der Anträge an den Fonds für ehemalige Heimkinder in der Bundesrepublik übersteigt die Erwartungen der Gründer.

Bund, Länder und Kirchen müssten voraussichtlich 106 Millionen Euro in den Fonds "Heimkinder West" nachzahlen, erklärte die bayerische Sozialministerin Emilia Müller (CSU) am Dienstag bei einer Sitzung der Landesregierung.


Die Jugend- und Familienministerkonferenz habe sich bereits im Mai einstimmig dafür ausgesprochen, den Mehrbedarf zu decken, wenn sich Bund, Länder und Kirchen finanziell gleichermaßen beteiligen, teilte ein Sprecher des bayerischen Sozialministeriums mit. Der Fonds war mit 120 Millionen Euro gefüllt, 100 Millionen Euro sind für individuelle Hilfeleistungen vorgesehen, 20 Millionen Euro für Rentennachzahlungen.

Die Diakonie Deutschland sagte dazu auf epd-Anfrage, bei einer Aufstockung des Fonds sollten auch die Betroffenen einbezogen werden, die als Kinder in einer Einrichtung der Behindertenhilfe oder Psychiatrie waren. Die mit einer Aufstockung verbundenen konkreten Fragen müssten aber noch erörtert werden, sagte eine Sprecherin dem epd.

Zwischen 1945 und 1975 lebten nach Angaben des Runden Tisches Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland 700.000 bis 800.000 Kinder und Jugendliche in Heimen, die sich überwiegend in kirchlicher Hand befanden. Zahlreiche Heimkinder erlitten körperliche, seelische und sexuelle Gewalt. Ende 2008 beschloss der Bundestag die Einrichtung des Runden Tisches Heimerziehung, der den Hilfefonds empfahl. Er wird zu je einem Drittel von Kirchen, Bund und Ländern finanziert.

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