Filmtipps: Diese Woche neu im Kino

Filmtipps: Diese Woche neu im Kino
Die Redaktion von "epd film" hat die Filme der Woche ausgesucht. Dazu zählen der Zukunftsthriller "In Time - Deine Zeit läuft ab" sowie die Literaturverfilmung "Jane Eyre".

In Time - Deine Zeit läuft ab

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In einer nicht allzu fernen Zukunft ist das Altern eliminiert und der menschliche Körper genetisch so programmiert, dass er den Höhepunkt an Schönheit und Vitalität mit 25 Jahren nie überschreitet. Um einer unkontrollierten Bevölkerungsexplosion entgegenzuwirken, ist die offiziell zugeteilte Lebenszeit auf ein weiteres Jahr beschränkt, ein Nachteil, aus dem man sich mit den entsprechenden finanziellen Mitteln freikaufen kann. Die Zeit wird zur Währung; Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Jahre sind das Kapital, mit dem man in der Kantine und beim Autohändler bezahlt. Jeder hat ein Zeitkonto, steht es auf Null, erlischt der Mensch von einem Moment zum nächsten... Durch mysteriöse Umstände kommt ein junges Paar (Amanda Seyfried und Justin Timberlake) zu unbefugtem Zeitreichtum. So beginnt ein rasanter Thriller, in dem ihre Konkurrenten der verlorenen Zeit hinterherjagen, und das junge Pärchen im Geist der Occupy-Wallstreet-Bewegung an den Machtverhältnissen rüttelt. Ähnlich stringent wie in seinem Debüt "Gattaca" entwirft Andrew Niccol die beklemmende Zukunftsvision einer Welt, in der die Zeit zum materiellen Wert geworden ist, von dem Gangster und Geheimdienstagenten, arme Schlucker und stinkreiche Stundenmilliardäre gleichermaßen nicht genug kriegen können.

USA 2011. Regie und Buch: Andrew Niccol. Mit Amanda Seyfried, Justin Timberlake, Cillian Murphy, Vincent Kartheiser, Olivia Wild, Matt Bomer, Johnny Galecki. 109 Min. FSK: ab 12, ff.

Jane Eyre

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Eine tugendhafte, entschlossene junge Frau fühlt sich zu einem älteren Mann mit dunklem Geheimnis hingezogen: Charlotte Brontës Roman aus dem 19. Jahrhundert gehört mit 27 Adaptionen nicht nur zu den meistverfilmten Stoffen überhaupt, sondern bildet darüber hinaus die Blaupause für dunkelromantische Liebesgeschichte bis hin zur heutigen "Twilight"-Serie. Der amerikanische Regisseur Cary Fukunaga ("Sin Nombre") vollbringt in seiner Version das Kunststück, die schwierige Geschichte einer Leidenschaft nahe am Western und zugleich mit großer Treue zur literarischen Vorlage umzusetzen. Vor dem Hintergrund einer stimmungsvoll aufgenommen Hochmoorlandschaft brillieren in den Hauptrollen Michael Fassbender ("Eine dunkle Begierde") als düsterer Rochester und Mia Wasikowska ("Alice im Wunderland") als die von ihm eingestellte Gouvernante Jane Eyre.

Großbritannien/USA 2011. Regie: Cary Fukunaga. Buch: Moira Buffini (nach dem gleichnamigen Roman von Charlotte Brontë). Mit Mia Wasikowska, Michael Fassbender, Judi Dench, Sally Hawkins, Jamie Bell, Holliday Granger, Tamzin Merchant, Imogen Poots, Amelia Clarkson. 120 Min. FSK: ab 12, ff.

Die Reise des Personalmanagers (Israel/Deutschland/Frankreich/Rumänien)

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Die größte Bäckerei Jerusalems ist in die Schlagzeilen geraten, als eine rumänisch-stämmige Mitarbeiterin bei einem Selbstmordattentat umkommt und anschließend im Leichenschauhaus liegt. Keiner vermisst die junge Frau, die erst kürzlich entlassen worden war, doch weiter auf der Gehaltsliste stand. Der Personalchef, der von der ganzen Sache gar nichts wusste, soll nun, abkommandiert von seiner Chefin und flankiert von einem aufdringlichen Reporter, den Sarg in die Heimat begleiten, ein Entschädigungsgeld. Doch leider lässt die Odyssee durch die postkommunistische Einöde mit vertrockneten Maisfeldern, halb verfallenen Militärbasen, einer allgegenwärtigen dysfunktionalen Verwaltung und einer verlotterten, um nicht zu sagen bitterarmen Bevölkerung keines der heute gängigen Klischees über den ehemaligen Ostblock aus. So kommt diese Literaturverfilmung von Eran Riklis mitunter als allzu sinmple Persiflage auf postkommunistische Verhältnisse daher.

R: Eran Riklis. B: Noah Stollman (nach dem Roman von A.B. Jehoshua). Mit Mark Ivanir, Guri Alfi, Noah Silver, Rozina Cambos, Julian Negulesco, Bogdan Stanoevitch, Rosina Kambus. 103 Min.

Straw Dogs – Wer Gewalt sät (USA)

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Als Sam Peckinpahs "Wer Gewalt sät" (Straw Dogs) vor 40 Jahren in die Kinos kam, hat er weltweit Schockwellen ausgelöst, wegen seinen Gewaltszenen, einer Vergewaltigung, aber auch wegen seines archaischen Menschenbildes. un hat sich der ehemalige Filmkritiker und Autor Rod Lurie an ein Remake gewagt – ein Skandal ist allerdings nicht zu befürchten. Im Remake zieht das Ehepaar David (James Marsden) und Amy Sumner (Kate Bosworth) von Los Angeles in eine Kleinstadt im tiefen Süden der USA. Sie will dort das Haus ihrer verstorbenen Eltern in Stand setzen, während er an einem Drehbuch zu einem Stalingrad-Film arbeitet. Es kommt zur Konfrontation mit den Einheimischen. Doch anders als Peckinpah gräbt Lurie nach den sozialen Wurzeln von Gewalt. Eine interessante Neuinterpretation.

R, B: Rod Lurie. Mit ames Marsden, Kate Bosworth, Alexander Skarsgård, James Woods. 110 Min. FSK: 16, ff.

epd