Die Würde der Hilflosen: Preis für Film über Komapatienten

Die Würde der Hilflosen: Preis für Film über Komapatienten
"Zwischen Welten - Vom Aufwachen in einem anderen Leben": Der Dokumentarfilm über zwei Koma-Patienten ist mit dem Karl-Buchrucker-Preis ausgezeichnet worden.

Die TV-Dokumentation "Zwischen Welten - Vom Aufwachen in einem anderen Leben" über zwei Koma-Patienten ist am Montagabend mit dem Karl-Buchrucker-Preis der Inneren Mission München ausgezeichnet worden. Autor Marc Haenecke und Kameramann Harald Rumpf sowie die Produzentin Susanne Petz erhielten den kirchlichen Medienpreis für ihren auf ARTE ausgestrahlten Film, der "filmisch und menschlich an die Grenze des Zeigbaren" gehe, sagte die Dokumentarfilmerin Herlinde Koelbl in ihrer Laudatio laut Redetext. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

"Eminente journalistische Leistung"

Der 90-minütige Beitrag schildert den Weg zweier Langzeitpatienten, die nach dem Koma wieder mühevoll ins Leben finden und dabei alles neu lernen müssen. Er sei nicht mitleiderregend oder voyeuristisch, sondern habe stets die Würde der hilflosen Patienten im Blick, so Koelbl. Die Langzeitstudie mit ihrer intimen Nähe zu den beiden Patienten sei eine "eminente journalistische Leistung".

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Einen mit 3.000 Euro dotierten Preis erhielt Birgit Lutz-Temsch für ihren in Artikel "Am schlimmsten ist die Liebe" ("Süddeutsche Zeitung"). Die 36-jährige Journalistin schildert den Versuch ihrer Familie, den zunehmend dement werdenden Großvater zu Hause zu pflegen. Ebenfalls 3.000 Euro gingen an den Fotografen Andreas Labes aus Berlin für sein Projekt "100 Jahre Leben". Dafür hatte der 46-Jährige über einen Zeitraum von fünf Jahren einhundert 100-Jährige aus ganz Deutschland porträtiert.

Der Karl-Buchrucker-Preis wurde bereits zum elften Mal vergeben. Die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, hielt in diesem Jahr die Festrede. Mit dem Preis werden jährlich Medienbeiträge ausgezeichnet, die sich in herausragender Weise mit diakonischen oder sozialen Themen beschäftigen. Der Preis erinnert an den Gründer des evangelischen Sozialwerkes in München, Karl Buchrucker (1827-1899).

epd