Nun drängt es auch die Banken zu Facebook

Nun drängt es auch die Banken zu Facebook
Josef Ackermann twittert nicht. Doch die Deutsche Bank ist auf Facebook oder Twitter seit langem präsent. Die Finanzbranche hat verstanden, dass sie moderne Kommunikationskanäle nicht ignorieren darf - erst Recht nach dem Vertrauensverlust in der Wirtschaftskrise.
31.01.2011
Von Jörn Bender

Facebook, Twitter und Co. werden auch für die Finanzbranche immer wichtiger. "Entweder wir machen da aktiv mit und gestalten etwas, oder wir werden gestaltet", sagte der Chef der UniCredit-Tochter HypoVereinsbank (HVB), Theodor Weimer, bei einer Tagung in Frankfurt am Montag. "Es gilt, das Netz als Chance zu begreifen und Vertrauen neu zu gewinnen", sagte Lutz Raettig, Aufsichtsratsvorsitzender der Morgan Stanley Bank AG in Deutschland und IHK-Vizepräsident zur Eröffnung des "Finance Future Forums" in der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Klassische Kommunikation chancenlos

Auf dem Forum diskutieren Vertreter der Finanzwirtschaft über gesellschaftliche, technologische und wirtschaftliche Entwicklungen und Trends. Auftakt bildet der Themenschwerpunkt "Social Media Finance". Den schnellen Online-Austausch von Informationen und Meinungen haben viele Institute als wichtigen Pfad erkannt. "Gegen diese schnelle Meinungsbildung kann sich kein Unternehmen mit seinen klassischen Mitteln der Kommunikation stemmen", befand Deutsche-Bank- Vorstand Hermann-Josef Lamberti.

"Entweder wir machen da aktiv mit und gestalten etwas, oder wir werden gestaltet", sagte der Chef der UniCredit-Tochter HypoVereinsbank (HVB), Theodor Weimer, beim "Finance Future Forum" in Frankfurt. Die Branche habe ein "Riesenproblem mit der Transparenz". Der direkte Kontakt mit der Online-Gemeinde sei eine Chance, Boden gutzumachen.

Lutz Raettig, Aufsichtsratsvorsitzender der Morgan Stanley Bank AG in Deutschland, bekräftigte: "Es gilt, das Netz als Chance zu begreifen und Vertrauen neu zu gewinnen." Den schnellen Online-Austausch von Informationen und Meinungen haben viele Institute als wichtigen Pfad erkannt. "Gegen diese schnelle Meinungsbildung kann sich kein Unternehmen mit seinen klassischen Mitteln der Kommunikation stemmen", befand Deutsche-Bank-Vorstand Hermann-Josef Lamberti.

Ruf nach Mehrwert

Doch Forscher Sauer warnte: "Ein reiner platter Vertriebskanal hat in diesem anarchischen Umfeld oft einen Bumerangeffekt. Es muss einen Mehrwert bieten." So machte die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr die unangenehme Erfahrung, beim Ticketverkauf via Facebook ungewollt ein Forum für Kritik am Unternehmen zu schaffen.

In den diversen Foren findet sich ein ganzer Strauß an Angeboten: Die Deutsche Bank lässt auf Facebook über ihre Jahresbilanz diskutieren, informiert via Twitter über die Zahlen und lässt Onliner das Statement von Vorstandschef Josef Ackermann auf YouTube kommentieren. Die Suche nach der Commerzbank bei Facebook findet beispielsweise einen "Praktikantenstammtisch", die Direktbank ING-DiBA erklärt im Netz Finanzprodukte und wirbt per Twitter unter anderem für ihr Tagesgeldkonto.

Forscher Sauer rät Banken, zumindest im Netz zu verfolgen, welche Meinungen über das Unternehmen kursieren - und dann ganz bewusst zu entscheiden, wie das Institut mit sozialen Netzwerken umgehen will.

dpa