Evangelischer Presseverband würdigt Robert Geisendörfer

Evangelischer Presseverband würdigt Robert Geisendörfer
Mit einem Festakt hat der Evangelische Presseverband für Bayern (EPV) am Dienstag in München an den kirchlichen Publizisten Robert Geisendörfer (1910-1976) erinnert. Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich würdigte Leben und Wirken des Pfarrers und Publizisten, der vor 100 Jahren geboren wurde. Geisendörfer habe zentrale Grundlagen für die evangelische Publizistik geschaffen und frühzeitig die Chancen auch für die Verbreitung der biblischen Botschaft erkannt, sagte Friedrich.
Deutschland spricht 2019

Den Verantwortlichen in Medien und Kirchen habe Geisendörfer den unverrückbaren Auftrag "Stimme leihen für die Sprachlosen" ins Stammbuch geschrieben. Ohne dessen Ideen, Tatkraft und Gradlinigkeit wären die evangelische Publizistik und ihre biblische Botschaft heute inhaltlich "viel ärmer, deutlich weniger hörbar und vielleicht schon zerrieben im Interessengeflecht von säkularen Medienkonzernen, Kirchenpolitik und Schönwetterberichterstattung", sagte der Landesbischof laut vorab verbreitetem Manuskript.

Geisendörfer wäre am 1. September 100 Jahre alt geworden. Der in Würzburg geborene Theologe war zunächst Direktor des Evangelischen Presseverbandes für Bayern und gründete im Juli 1973 das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt am Main. Auch sorgte er als erster Fernsehbeauftragter der evangelischen Kirche für regelmäßige kirchliche Sendeplätze und hob eine Vielzahl von Zeitschriften sowie Medienorganisationen aus der Taufe.

GEP als publizistisches Lebenswerk Geisendörfers

Der Medienbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der badische Landesbischof Ulrich Fischer, sagte dem epd in Karlsruhe, Geisendörfers Grundsatz, die "Stimme für die Stummen" zu erheben, bleibe Mahnung und Verpflichtung des publizistischen Handelns der Kirche. Der heutige GEP-Direktor Jörg Bollmann bezeichnete das Gemeinschaftswerk als das publizistische Lebenswerk Geisendörfers. Ihm sei es als publizistischen Visionär gelungen, "rechtzeitig den Coup zu landen, der evangelischer Publizistik nach wie vor Zugänge öffnet zu Augen und Ohren der Menschen in unserer Gesellschaft". EPV-Direktor Roland Gertz sagte, Geisendörfer habe in vorbildlicher Weise Innovationen vorangetrieben und sich stets an die Spitze von inhaltlichen und technischen Veränderungen in der kirchlichen und nichtkirchlichen Publizistik gestellt.

Am Mittwoch werden in München die Robert Geisendörfer Preise für Hörfunk- und Fernsehsendungen verliehen. Damit zeichnet die EKD Beiträge aus, die das persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken und zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter beitragen.

epd