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"Gott verbirgt sich hinter allem"

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"Gott verbirgt sich hinter allem"
Vor 150 Jahren wurde Ernst Barlach geboren
Der Schwebende von Ernst Barlach

epd-bild/Norbert Neetz/Anne-Dorle Hoffgaard

Der Schwebende von Ernst Barlach

epd-bild/Norbert Neetz/Anne-Dorle Hoffgaard

"Tod fürs Vaterland, das spricht sich so hin. Welch furchtbare Tragödie, welch Triumph der Hölle verbirgt sich hinter der glatten Maske dieser Worte", so ein Tagebucheintrag der Künstlerin Käthe Kollwitz, die ihren Sohn im Ersten Weltkrieg verlor. Ihr Gesicht ist es, dass Ernst Barlachs Bronzestatue "Der Schwebende" trägt. Ein Plädoyer gegen Krieg und Gewalt. Im Güstrower Dom hängt ein Abguss des Werks, da das Original im Zweiten Weltkrieg für neue Kanonen eingeschmolzen wurde.

Treibt der Hunger die Kupplerin an, ihre Tochter an den Meistbietenden zu verschachern?

epd-bild/Ernst-Barlach-Gesellschaft

Geboren wurde Ernst Barlach (1870 - 1938) als Sohn eines Arztes im holsteinischen Wedel. 1906 reiste er nach Russland (heutige Ukraine). Während des Aufenthalts findet Barlach eines seiner künstlerischen Schlüsselthemen: Armut. Eine Statue, die für dieses Thema steht, ist die der Kupplerin. Treibt sie der Hunger an, ihre Tochter an den Meistbietenden zu verschachern?

Der Geistkämpfer

epd-bild/Christian Eggers

Die erste Großplastik von Barlach entstand 1928 und steht vor der Nikolaikirche in Kiel. Der Engel steht auf einem Raubtier und der Betrachter möchte laut ausrufen: Die Gedanken sind frei!

Der Apostel in der Gertrudenkapelle in Güstrow.

epd-bild/Norbert Neetz

Barlachs künstlerische Handschrift, sowohl bildnerisch als auch literarisch, ist zwischen Realismus und Expressionismus angesiedelt. Sein Werk wird von der Ernst Barlach Gesellschaft in Hamburg erforscht, betreut und international ausgestellt. "Der Apostel" steht in der Gertrudenkapelle in Güstrow. Sie wird heute nicht mehr als gottesdienstlicher Ort genutzt, aber als Ausstellungsraum für Plastiken Barlachs.

Singender Mann

epd-bild /Ernst-Barlach-Gesel/Ernst-Barlach-Gesellschaft

Singen entspannt. Der Statue "der singende Mann" aus dem Jahr 1926 lässt sich die Entspannung am Gesicht ablesen. Die geschlossenen Augen, die fast wiegende Haltung - dunklen Zeiten sollte man musikalisch entgegentreten.

Ernst Barlach in seinem Atelier

epd-bild/akg-images

Barlach war nicht nur Bildhauer sondern auch Grafiker und Schriftsteller. Das Erstarken der Nationalsozialisten spürte der Künstler am eigenen Leib. Seine Kunst galt als entartet, weil sie keine Heldengeschichten schrieb, sondern sich dem Elend liebevoll annahm. Das passte nicht ins Narrativ der Zeit. Er zog sich mehr und mehr zurück und erlebte das Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Ernst Barlach starb vor 80 Jahren am 24. Oktober 1938 in Rostock.

Es umgibt sie alle eine große menschliche Würde - und eine große Einsamkeit: Ernst Barlach schuf mit seinen Skulpturen wie dem "Schwebenden" oder dem "Lesenden Klosterschüler" Werke, die bis heute faszinieren.

Die Galerie erschien erstmals im Oktober 2018 auf evangelisch.de.