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Notre-Dame bröckelt

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Notre-Dame bröckelt
Beschädigter Wasserspeier Notre-Dame

reuters/Philippe Wojazer

Beschädigter Wasserspeier Notre-Dame

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Ein beschädigter Wasserspeier der katholischen Kirche Notre-Dame in Paris. Von der Zeit angefressen ist allerdings nicht nur dieses Bauelement der frühgotischen Kathedrale. Nach offiziellen Angaben werden dringend um die 100 Millionen Euro gebraucht, um die vom Zerfall bedrohten Säulen, Statuen und Wasserspeier der Kirche zu restaurieren. Sie gilt mit 12 bis 14 Millionen Besuchern jährlich als das in Frankreich am häufigsten besuchte Bauwerk. Im Inneren finden bis zu 10.000 Menschen Platz.

Ein Mann zeigt auf einen beschädigten Bogen der Kathedrale Notre-Dame

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André Finot ist für die Öffentlichkeitsarbeit von Notre-Dame, Kathedrale des Erzbistums Paris, zuständig. Auf dem Foto zeigt er auf einen baufälligen Bogen der Kirche, die in den Jahren 1163-1345 errichtet wurde. Da die Bauzeit rund 200 Jahre betrug, finden sich hier sowohl Elemente des romantischen als auch des gotischen Baustils. Die Kirche war Schauplatz zahlreicher historischer Ereignisse: Von der Krönung Napoleons bis zur Beerdigung König Ludwigs XIV.

Vorderseite der Kathedrale Notre-Dame

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Die charakteristische Silhouette von Notre-Dame ist an der Ostspitze der Seine-Insel Île de la Cité im 4. Pariser Arrondissement zu bewundern - die Kathedrale ist herausragend: Die beiden Türme sind 69 Meter hoch, insgesamt gibt es in der Kirche 422 Stufen. Das Kirchenschiff im Inneren ist 130 Meter lang, 48 Meter breit und 35 Meter hoch. Eine Besonderheit von Notre-Dame sind ihre großen runden Fenster, im Bild mittig zu sehen. Diese sogenannten Rosetten gibt es an mehreren Seiten der Kathedrale, mit bis zu zwölf Metern Durchmesser gehören sie zu den größten in Europa.

Ein Wasserspeier von Notre-Dame ragt in den Himmel.

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Dieses Foto zeigt eine beschädigte Turmspitze der Kathedrale Notre-Dame. Der Restaurationsbedarf am gesamten Gebäude ist groß. Die originalen Wasserspeier begannen schon im 18. Jahrhundert zu bröckeln und wurden entfernt. Es hängen immer noch einige groteske Fantasiefiguren an der Außenfassade der Kirche. Sie wurden früher gestaltet und angebracht, um böse Geister abzuwehren.

Beschädigte Stützbögen an der Südseite der Kathedrale

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Ein beschädigter Strebebogen der Kathedrale. Zuerst hatte Notre-Dame eine Gewölbedecke aus Holz, da der erste Architekt noch nicht wusste, wie sich ein so hohes Gebäude abstützen lässt. Er ließ dieses Problem einfach für seinen Nachfolger offen. Tatsächlich wurde in dieser Zeit eine Technik erfunden, wie ein Gewölbe eingezogen werden konnte, indem es außen mit einem offenen Strebewerk abgestützt wurde. Dies war eine enorme Entdeckung für den gotischen Kathedralenbau. Und so entstanden die Strebebögen an der Südseite von Notre-Dame.

Eine Ansammlung von Bruchstücken der Kathedrale Notre-Dame auf dem Hinterhof

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Eine Ansammlung von Bruchstücken, die früher Teile der Kathedrale waren. Auch der Erzbischof von Paris sieht dringenden Restaurierungsbedarf und hat daher eigens <a href="www.notredamedeparis.fr/friends"> die Initiative "Friends of Notre Dame"</a> ins Leben gerufen Traditionell spenden die Franzosen allerdings wenig Geld für Kirchengebäude. Die Hoffnung ist, dass vor allem Kirchenliebhaber aus den USA die Aktion unterstützen werden, erklärte ein Sprecher der Kathedrale gegenüber dem Magazin "Time".

Notre-Dame steht mitten in Paris, umgeben von Wohnhäusern. Ein Turm ragt in den Himmel.

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Ein beschädigter Turm der Kathedrale ragt in den Himmel. Seit vielen Jahren streiten Staat und Kirche darum, wer für die Restaurierung aufkommen muss. Offiziell gehört das Kirchengebäude dem Staat, doch Frankreich ist ein laizistisches Land, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Aufgrund des Säkularisierungsgesetzes kann daher die Regierung nur rund zwei Millionen Euro im Jahr für die Instandhaltung von Notre-Dame ausgeben. Das reicht bei weitem nicht aus, um alle Schäden zu beheben.

Auf dem Vorplatz von der Kathedrale Notre-Dame patrouillieren Soldaten.

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Die Kathedrale ist ein öffentlicher Ort, es gibt mehrfach am Tag Gottesdienste, Beichten können abgenommen werden. Der Eintritt für Touristen ist frei. Zweimal die Woche gibt es sogar deutsche Führungen, ein Audioguide kann für fünf Euro ausgeliehen werden. Allerdings ist es verboten, Gepäck mit in die Kathedrale zu nehmen. Seit den Terroranschlägen in Paris wurden die Sicherheitsbestimmungen verschärft. Hier patrouillieren französische Soldaten auf dem Kirchenvorplatz.

Die Statue eines steinernen Engels steht in Notre-Dame.

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Diese Engelsstatue steht im Inneren der Kathedrale. In Frankreich gibt es keine Angaben darüber, welche Religionszugehörigkeit die Menschen im Land haben. Schätzungen gehen davon aus, dass sich ungefähr 50 Prozent der Franzosen als katholisch bezeichnen, ungefähr 30 Prozent fühlen sich keiner Religion zugehörig und etwa zehn Prozent sind Muslime. Evangelisch sind nur etwa drei Prozent der Bevölkerung.

Frankreich ist aktuell Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse. Weltbekannt ist der historische Roman von dem Franzosen Victor Hugo "Der Glöckner von Notre-Dame" - dieser spielt im Herzen des historischen Zentrums von Paris, in der katholischen Kathedrale Notre-Dame de Paris. Der Name lässt sich mit "Unsere Frau von Paris" übersetzen, die Kirche ist der Gottesmutter Maria geweiht. Mittlerweile nagt allerdings der Zahn der Zeit an dem imposanten Gebäude. Es werden für die Restauration dringend 100 Million € benötigt.

Diese Fotogalerie wurde erstmals auf evangelisch.de veröffentlicht am 12.10.2017.

Sarah Salin