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Osmodrama - Die Geschichte der Geruchsorgel

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Osmodrama - Die Geschichte der Geruchsorgel
Erste Vorführung des Smeller 2.0

Foto: Merle Jothe

Erste Vorführung des Smeller 2.0

Foto: Merle Jothe

Licht aus. Geruch an. Zur ersten Aufführung der Geruchskunst-Installation Mitte Juli 2016 war die evangelische St. Johannes Evangelist Kirche voll besetzt.

Der Smeller 2.0: 64 Düsen für 350 Rezeptoren

Foto: Gianmarco Bresadola

Der Smeller 2.0, die Geruchsmaschine des Künstlers Wolfgang Georgsdorf, besteht aus 64 Düsen und einem großen Luftrohr in der Mitte, die in den Vorstellungsraum hineinragen. Pro Sekunde bewegt sich ein Geruch 30 Zentimeter vorwärts. Die Dufstoffe werden über Klappen an den Rohrenden eingespeist. Der menschliche Geruchssinn besteht aus 350 Rezeptoren, von denen aber erst 60 entschlüsselt sind.

Zelt aus Fallschirmseide ermöglicht Geruchserlebnis in der Kirche

Foto: Merle Jothe

Um das Geruchserlebnis des Smellers erfahrbar zu machen, bedarf es eines abgeschlossenen Raumes, in dem die Luft stetig erneuert werden kann. Der Künstler und sein Team ließen für die Vorführung des Smellers 2.0 ein Zelt aus Fallschirmseide von Architekten entwerfen. Im Vordergrund ist die Konstruktion des Smellers zu sehen. Um Gottesdienst feiern zu können, kann die Wand am Ende des Zeltes abgenommen werden - so wird die Sicht auf den Altar frei.

Der Künstler Wolfgang Georgsdorf (vorne links mit Glatze) steuert die Einspeisung der Düfte in das Vorführ-Zelt über ein digitales Programm, das Ton, Film und Geruchskunst verbindet.

Foto: Wiebke Jann

Der Künstler Wolfgang Georgsdorf (vorne links mit Glatze) steuert die Einspeisung der Düfte in das Vorführ-Zelt über ein digitales Programm, das Ton, Film und Geruchskunst verbindet.

Die Zutaten

Foto: Merle Jothe

Etliche synthetische Duftstoffe, für deren Verwendung es eine EU-Verordnung gibt, werden über den Smeller zur Geruchskunst. Aber es werden nicht nur Tropfen auf Watte in die Rohre des Smeller eingeführt, die nach Mottenkugeln oder Hafer riechen können. Auch ein gebratener Kopf eines Lobsters liegt in einem Rohr, der beispielsweise für die Sinosmien (in Anlehnung an eine Sinfonie in der Musik) Restaurant und Hafen verwendet werden kann.

Befüllen der Geruchsorgel

Foto: Merle Jothe

Die Rohre des Smellers im Hintergrund erinnern an die Pfeifen einer Orgel. Hier wird ein Geruchston eingelegt: "Die Aufeinanderfolge der Geruchstöne Minze und Fisch mag ich gerne", sagt Wolfang Georgsdorf. "Aber auch die Dissonanz Leder nach Rose gefällt mir."

Querverbindungen von Kunst und Kirche schaffen - Die St. Johannes Evangelist Kirche in Berlin-Mitte

Foto: Merle Jothe

Die St. Johannes Evangelist Kirche ist einer von Berlins wichtigsten Kultur-Räumen. Die zentrale Lage in der Künstler-Meile Auguststraße in Berlin-Mitte verhelfen ihr dazu ebenso wie die Arbeit des Kultur-Büros Elisabeth. Das Büro ist eine gGmbH, die von der Weinbergsgemeinde Berlin gegründet wurde und mehrere Kirchen betreut, die als Räume für Kunst- und Kulturveranstaltungen genutzt werden. Die gGmbH will die künstlerische Auseinandersetzung auch mit schwierigen, unbequemen Themen fördern. Das Publikum soll erreicht und berührt werden und "die Kulturkirche schafft hier oft Querverbindungen zu religiösen/spirituellen
Themen", so eine Selbstbeschreibung des Büros.

Von Mitte Juli bis Mitte September 2016 ist die Geruchsorgel des Künstlers Wolfgang Georgsdorf in der St. Johannes Evangelist Kirche in Berlin-Mitte zu Gast. Das Gerät verteilt Geruchsstoffe passend zu Filmen, Literatur und Musik. Donnerstags bis Samstags ist die Geruchsorgel in Vorführungen für sich alleine zu riechen. Das Veranstaltungsprogramm finden Sie hier.