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Weniger Stress im Advent: Praktische Tipps für mehr Besinnlichkeit

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Weniger Stress im Advent: Praktische Tipps für mehr Besinnlichkeit
Warten

Foto: Getty Images/Flickr RF/by [D.Jiang]

Warten

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Advent heißt Ankunft, und auf die wartet man gewöhnlich. Adventlich Warten ist wie Schlange stehen an der Kasse: Wurst, Käse und Zahnpasta haben Sie aufs Band gelegt, den Geldbeutel gezückt, in den Startlöchern, bereit, endlich an die Reihe zu kommen. Nicht im Sessel zurück gelehnt, die Arme verschränkt. Dieses adventliche Warten, von dem auch die Bibel spricht (zum Beispiel in Matthäus 25), ist vielmehr aktiv. Antizipierend - erwartend. Den Moment in der Kassenschlange können Sie nutzen. Warten Sie bewusst. Nehmen Sie wahr, wenn Ungeduld in Ihnen aufsteigt. Fragen Sie sich: Bin ich wirklich bereit? Erwarte ich noch Neues oder habe ich mich eingerichtet in meinem Leben? Advent beginnt mit Achtsamkeit.

Barbarazweige schneiden

Foto: Getty Images/iStockphoto/stephanieanjo

Am 4. Dezember werden "Barbarazweige" geschnitten. Das sind Obstzweige, die im Advent künstlich zum Blühen gebracht werden. Die heilige Barbara soll den Zweigen ihren Namen geliehen haben, vor 1700 Jahren. Barbarazweige erinnern daran, worum es beim Advent eigentlich geht. Neues wird aufbrechen, auch wenn es kaum jemand ahnt. Es gibt Hoffnung! Am besten nehmen Sie Kirschbaumzweige. Am Ende einritzen, ins Wasser stellen und für ein paar Tage in ein kühles Zimmer. Erst dann kommen sie in die Wärme. Jetzt heißt es: warten, hoffnungsvoll beobachten, dem ersten Lebenszeichen entgegensehen. Ein schönes Adventsritual ist es, die Zweige täglich zu besprühen. Wenn Sie Glück haben, öffnen sich die Kirschblüten zu Weihnachten.

Schneeschippen

Foto: Danil Nevsky/stocksy.com

Es hat geschneit über Nacht. Manche stehen früh morgens auf und beginnen die Gehwege und Treppen von Schnee und Eis zu befreien. Bürgerpflicht. Für viele allzu lästig. Könnte aber auch eine Zeit sein, um nachzudenken. Denn Schneeschippen und Advent haben viel miteinander gemeinsam. Advent ruft uns auf: "Bereitet dem Herrn den Weg," so wie es schon Johannes der Täufer gerufen hat (Matthäus 3,3) . Macht Bahn! Räumt aus, was dem Kommenden im Weg steht! Wenn Sie mit Besen und Streugut ausgerüstet in der Kälte stehen, fragen Sie sich: Was muss weggefegt werden, damit Christus in meinem Leben neu Raum gewinnen kann? Was ist kalt und eisig geworden? Und wie kann ich einen Weg bereiten, dass Gottes Liebe und Friede einziehen kann?

Gebetsgeste

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Zu Weihnachten erinnern sich Christen daran, dass Gott in Jesus Mensch wurde, Haut und Knochen, wie Sie und ich. Dieses Geheimnis ist Gottes großes 'Ja' zu unserem leiblichen Dasein. Warum also nicht gerade unseren Körper nutzen, um sich auf den Advent einzustimmen? Zum Beispiel mit einem kurzen Körpergebet.
Zwei Minuten genügen. Setzen Sie sich aufrecht hin. Lassen Sie Ihre Hände im Schoß ruhen. Nehmen Sie wahr, wie ihr Atem durch die Nase, den Rachen hinunter und in die Lungen strömt. Ihr Bauch hebt und senkt sich gleichmäßig. Nach einigen Momenten der Ruhe können Sie nun die Hände falten und einmal fest zudrücken. Denken Sie dabei daran, was Sie gerade festhalten, vielleicht krampfhaft festklammern. Dann lassen Sie wieder locker und formen die Hände zu einer Schale. Überlegen Sie, in welchen Lebensbereichen Sie sich neu für Gott öffnen wollen.

Eine Kerze anzünden

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Bestimmt haben Sie eine Kerze im Haus. Wenn Sie am Abend, einen Moment lang, im dunklen Zimmer sitzen, wird dies Ihnen helfen, darüber nachzudenken, was in Ihrem Leben zu Ende geht, was dunkel ist. Dann zünden Sie die Kerze an, die im Christentum für Christus als kommenden Retter steht. "Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern", dichtete Jochen Klepper. Und: "Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein."

Luft holen, innehalten, sich auf den Advent besinnen. Der Theologe Daniel Sikinger gibt praktische Tipps, wie das im hektischen Alltag leicht zu schaffen ist: angefangen vom Warten in der Kaufhausschlange bis zum Schippen des Schnees.