Saadons Weg

Junger Mann vor Häusern

© Marcus Wiechmann

Saadon Dawod ist einer von den 400.000 Jesiden, die am 3. August 2014 vor dem sogenannten Islamischen Staat (IS) aus Shingal im Nord-Irak flüchteten, weil die Terroristen die Stadt angriffen. Lediglich wegen ihrer Glaubensinhalte und -rituale wurden die Jesiden von den islamistischen Extremisten verfolgt, die diese ethno-religiöse Gemeinschaft
als Teufelsanbeter ansehen.

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Saadon

Saadon Dawod ist einer von den 400.000 Jesiden, die am 3. August 2014 vor dem sogenannten Islamischen Staat (IS) aus Shingal im Nord-Irak flüchteten, weil die Terroristen die Stadt angriffen. Lediglich wegen ihrer Glaubensinhalte und -rituale wurden die Jesiden von den islamistischen Extremisten verfolgt, die diese ethno-religiöse Gemeinschaft als Teufelsanbeter ansehen.

Anika Kempf
Claudius Grigat

Flucht und Vertreibung

Die Bibel kennt viele Geschichten von Menschen auf der Flucht und auf dem Weg - Abraham, Mose, Paulus sind nur einige ihrer Namen. Die größte Völkerwanderung des Jahrtausends ist in Gange. Schon seit die Erde Menschen beherbergt, spielen Flucht und Vertreibung eine Rolle. Sei es aus wirtschaftlichen, ökologischen oder politischen Gründen.
Saadons Weg

Saadon Dawod lebt mit seiner Familie im Flüchtlingslager in Sharya. Er ist einer von rund 400.000 Jesiden, die am 3. August 2014 vor dem sogenannten Islamischen Staat (IS) aus Shingal im Nord-Irak flüchteten. Schon im November 2015 wurde die Stadt von verbündeten kurdischen Einheiten befreit. Auch die restlichen Gebiete, in denen sich der IS danach verschanzt hatte, wurden in der ersten Jahreshälfte 2017 von irakischen Milizen zurückerobert. Wann Saadons Familie aber wieder in ihre Heimat zurückkehren kann, bleibt ungewiss: Wegen diverser politischer Machtkämpfe zwischen Milizen mit unterschiedlichen Ideologien oder territorialer Hegemoniekämpfe zwischen der Autonomieregierung Kurdistans und der irakischen Zentralregierung aufgrund von Gebietsansprüchen in Shingal, ist die Lage sehr instabil. Eine Rückkehr wäre für die Jesiden aufgrunddessen einfach zu gefährlich. Aber Saadon geht trotzdem seinen Weg - und hilft dabei noch anderen. Der Fotograf Marcus Wiechmann lernte Saadon im November 2015 kennen und hält seitdem den Kontakt.