(Anti-)Depressivum

(Anti-)Depressivum

Gegen Depressionen hilft angeblich Johanniskraut. Ob das medizinisch gesehen stimmt, kann ich nicht beurteilen. Vom gärtnerischen Standpunkt aus betrachtet behaupte ich jedoch das Gegenteil: Johanniskraut macht depressiv. Jedenfalls wenn man versucht, es loszuwerden. Zwar sind die kleinen, immergrünen Büsche durchaus attraktiv anzusehen, vor allem wenn sie im Sommer massenweise ihre auffälligen goldgelben Blüten entfalten, aus denen die langen Staubblätter wie kleine Antennen herausragen. Aus diesen bilden sich dann haselnussgroße Beeren, die – je nach Sorte, von denen es ca. 500 gibt – rosa, rot oder orange leuchten und gern von Vögeln gefressen werden. Auch der mir so wichtige wildlife-friendly-Faktor ist also gegeben. Aber: Hypericum verbreitet sich fast so unkontrollierbar wie Brombeeren, Nesseln und Giersch.

Unseren Nachbarn kommt das gerade recht; sie haben keine ausgeprägten Ambitionen, ihren Garten zu gestalten und zu pflegen, weswegen sie sich darüber freuen, dass da etwas wie von allein wächst und blüht. Leider bleibt das Johanniskraut aber nicht auf der anderen Seite des Zauns, sondern sendet seine Wurzelausläufer auch zu uns herüber. Anfangs war ich noch gewillt, den Zuwachs im Beet zu tolerieren. Doch inzwischen nimmt die Sache so überhand, dass ich jeden neuen Trieb umgehend entferne. Lediglich zwei Stauden sind erlaubt. Diese halte ich großen- und formmäßig unter Kontrolle, indem ich sie jetzt, im zeitigen Frühjahr, bis auf Bodennähe abschneide. Mehr „Pflege“ brauchen die Gewächse nicht.

Ich hoffe, dass ich den Kampf gegen die Hypericum-Windmühlen gewinne. Wenn nicht, muss wohl ein Johanniskraut-Präparat zur Stimmungsaufhellung zum Einsatz kommen.

Pflegetipps für Johanniskrautgewächse:

  • > Es gibt viele verschiedene Sorten, die auch größenmäßig variieren. Dies beim Kauf beachten, ebenso wie die Farbe der Beeren.
  • > Die meisten Sorten sind sehr pflegeleicht, manche benötigen allerdings etwas Winterschutz.
  • > Um die Ausbreitung unter Kontrolle zu halten, die Ausläufer samt Wurzeln entfernen. Achtung: Diese können sich über weite Entfernungen unterirdisch verbreiten.
  • > Im Frühjahr die Büsche bzw. Stauden bis auf Bodennähe zurückschneiden. Dies sorgt für eine bessere Wuchsform und gesündere Pflanzen.
  • > Nach dem Blühen die Blüten nicht entfernen, da sich daraus die Beeren bilden.

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