Farbnahsehen

Farbnahsehen

Bevor wir die Welt vor unseren Fenstern bald nur noch in schwarz-weiß zu sehen bekommen, spielt sich momentan noch ein letztes großes Farbschauspiel ab. Ausgelöst durch die kürzer werdenden Tage (und nicht, wie ich bisher glaubte, wegen der kälter werdenden Temperaturen) bauen Bäume, Sträucher und Staudenpflanzen nach und nach das Blattgrün ab (wer Genaueres über die chemischen Vorgänge erfahren will, kann sich hier informieren), bevor das Laub fällt. Zum Vorschein kommen Rot- und Gelbtöne, die uns noch einmal die Herzen erwärmen, bevor die ersten Fröste und starke Winde dem Zauber den Garaus machen.

In unserem Garten herrscht allerdings im Moment eher langweiliges Braun und Ocker vor – nur etwa 10 Prozent aller Bäume und Sträucher besitzen eine ausreichende Anzahl an Rotpigmenten für eine kräftige Laubfärbung. Außer den Beeren leuchten bei uns lediglich die Felsenbirne und der Spindelstrauch in kräftigen Farben.

Damit ich im nächsten Jahr nicht wieder bei fiesem Herbstwetter vor die Tür muss, um die Pracht zu bestaunen, sondern sie direkt vor dem Fenster habe, habe ich mir vorgenommen, bei der Auswahl von Pflanzen in Zukunft auch ein Augenmerk auf das Attribut „schöne Herbstfärbung“ zu legen.

Folgende Gewächse liefern besonders schöne Farben im Herbst:

Sträucher / kleine Bäume: Felsenbirne, Spindelstrauch (Euonymus), Japanischer Zierahorn, Perückenstrauch (Cotinus), Eisenholzbaum (Parrotia persica ‚Vanessa’), Essigbaum, Prachtglocke (Enkianthus perulatus), Zaubernuss (Hamamelis vernalis), bestimmte Hartriegel-Sorten (z.B. Cornus ‚Eddie's white wonder’), Berberis
Kletterpflanzen: Jungfernrebe (Parthenocissus quinquefolia), Scharlachrebe (Vitis coignetiae)
Bäume: Ahorn, Amberbaum, Katsurabaum (Cercidiphyllum japonicum), Judasbaum (Cercis), Gingko
Stauden: Eichblättrige Hortensie (Hydrangea quercifolia)

Ich wünsche Ihnen allen ein buntes Wochenende!

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