Zusammenleben und Integration

Hallo Herr Muchlinsky,
nun schreibe ich auch einfach mal hier, denn mich belastet seit einiger Zeit das Thema "Gerede" bzw. Gedanken anderer über mich, vor allem als Person mit Verantwortung. Ich habe eine bestimmte Sicht von mir, die muss nicht unbedingt mit der Sicht übereinstimmen, die andere von mir haben. Doch manchmal habe ich das Gefühl, im sozialen Gefüge werde ich dann zu der Person, als die mich andere sehen. Wie kann es mir mit Hilfe des Glaubens und der Bibel gelingen, mein Ich ohne Verstellung zu leben, so zu sein, wie ich denke, dass ich bin und mich nicht immer wieder von anderen erschaffen zu fühlen? Ich muss dazu sagen, ich sehe mich als grundehrliche Person, erlebe es aber sehr oft, dass andere nicht die gleiche Offenheit und Ehrlichkeit haben wie ich und ich eher dafür noch belächelt und nicht ganz für voll genommen werde. Geht das in unserer Gesellschaft einfach nicht mehr ehrlich zu sein bzw. sind die Ehrlichen wirklich die ewig gestrigen und die Dummen, die es noch nicht kapiert haben, wie man im Leben weiterkommt? Ich merke, dass mich das sich selbst erhöhende Verhalten einiger Mitchristen ziemlich nervt und aufregt, auch wenn ich selbst zugegebenermaßen Situationen kenne, wo auch ich mich so verhalte? Gleichzeitig suche ich noch nach einem Mittelweg um eben auch nicht als der dumme Kirchendepp dazustehen. Ganz vorsichtig mal in den Raum gestellt: vielleicht haben wir sogar als Kirche insgesamt in der Außenwahrnehmung mancherorts dieses Problem...?
Danke schon mal für Ihre Antwort. Frau H.