Steinmeier mahnt zu Schutz der Religionsfreiheit

Bundespräsident Steinmeier vor Rednerpult
Andreas Arnold/dpa/Andreas Arnold
Bundespräsident Steinmeier ruft beim hinduistischen Tempelfest in Hamm zur Achtung aller Religionen auf.
Hinduistisches Tempelfest
Steinmeier mahnt zu Schutz der Religionsfreiheit
Beim Tempelfest der Hinduistischen Gemeinde in Hamm appelliert Bundespräsident Steinmeier, die Freiheit unterschiedlicher Glaubensbekenntnisse zu achten. Zugleich zeigt er sich tief erschüttert über den Anschlag auf den Berliner CSD.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei seinem Besuch des Tempelfests der Hinduistischen Gemeinde in Deutschland dazu aufgerufen, für den Schutz der Religionsfreiheit einzutreten. Dabei zeigte er sich erschüttert über den mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin.

Im nordrhein-westfälischen Hamm sei man zum Tempelfest zusammengekommen, um zu feiern, sagte Steinmeier am Sonntag laut Redemanuskript. "Aber wir alle sind erschüttert und entsetzt über den mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin."

Am späten Samstagabend wurden im Tiergarten in Berlin mehrere Personen von einem Pkw angefahren. Polizeiberichten zufolge wurde eine Person dabei getötet und mindestens 16 weitere Menschen verletzt.

Steinmeier: Hinduismus ist Teil des religiösen Lebens

Der hinduistische Tempel in Hamm sei als Ort der Begegnung offen für Menschen jeden Glaubens, würdigte Steinmeier. Es sei ein lebendiger Ort, an dem man spüre, wie reich und vielfältig das religiöse Leben hierzulande mittlerweile sei. Der Hinduismus sei ein Teil davon.

Die Verfassung schütze diesen Glauben und alle Menschen, die sich zu ihm bekennen. "Lassen Sie uns alle gemeinsam dafür einstehen, dass alle Menschen in diesem Land diese Freiheit auch öffentlich und gleichberechtigt leben können!", sagte Steinmeier.

Geflüchtete aus Sri Lanka in NRW heimisch geworden

Der Bundespräsident verwies darauf, dass im blutigen Bürgerkrieg Sri Lankas von 1993 bis 2009 viele Menschen aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Unzählige Menschen seien im Bürgerkrieg getötet worden. Viele von denen, die damals auf der Suche nach Schutz nach Deutschland gekommen seien, hätten in Nordrhein-Westfalen eine neue Heimat gefunden. Mittlerweile gehörten mehr als 100.000 Menschen zur hinduistischen Gemeinde in Deutschland.

Der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel in der Stadt Hamm gehört zu den größten hinduistischen Tempeln in Europa. 1989 war er zunächst als kleiner Andachtsraum im Keller einer Mietwohnung eines tamilischen Priesters gegründet worden. Der Priester war als Bürgerkriegsflüchtling aus Sri Lanka nach Deutschland gekommen.