Begleitet von Protesten hat sich der hessische Landesverband der neuen AfD-Jugendorganisation "Generation Deutschland" am Samstag in Fulda zu seiner Gründungsversammlung getroffen. Der Verein "Fulda stellt sich quer" protestierte vor dem Tagungshaus der AfD bei teils strömendem Regen mit einem "Demokratiefest" für gesellschaftliche Vielfalt und gegen die Partei. Zur Teilnahme hatten unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Landesausländerbeirat aufgerufen.
Bei dem Demokratiefest zählte die Polizei zeitweise rund 1.000 Anwesende, die Veranstalter sprachen von 1.800 Teilnehmern. Der Tag sei sehr erfolgreich verlaufen, sagte der Vorsitzende von "Fulda stellt sich quer", Andreas Goerke, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Stadt habe friedlich und harmonisch ein Zeichen für ein demokratisches Miteinander gesetzt. Lediglich das Wetter habe nicht mitgespielt. Das "Demokratiefest" wurde daher zwei Stunden vor dem eigentlich geplanten Ende abgebrochen, "weil alle durchnässt sind".
Platzverweis für Youtuber
Auch die Polizei sprach von einem insgesamt ruhigen Verlauf der Aktionen. Am Morgen sei eine beabsichtigte Sitzblockade an einem Parkplatz nach einem Gespräch wieder beendet worden, sagte ein Sprecher dem epd. Ein Youtuber, der von der Gegenveranstaltung einen Videostream sendete, erhielt einen Platzverweis und wurde vom Veranstaltungsort abgeführt.
Unterstützung für die Anti-AfD-Proteste kam auch von den großen Kirchen. Der katholische Fuldaer Bischof Michael Gerber hatte am Morgen Teilnehmerinnen und Teilnehmer katholischer Jugendverbände bestärkt. Christinnen und Christen müssten früh und klar für Demokratie, Menschenwürde, Religionsfreiheit und die freiheitliche Ordnung eintreten.
AfD-Jugend wählt 27-Jährigen mit Wurzeln in Bangladesch
Auf der Gründungsversammlung der hessischen "Generation Deutschland" wurde der 27 Jahre alte Nafiur Rahman zum Landesvorsitzenden gewählt. Der Ingenieur aus Bad Vilbel war als Kind mit seinen Eltern aus Bangladesch nach Deutschland gekommen und konvertierte später zum Christentum. Hessen ist eines der letzten Bundesländer, in denen sich die neue AfD-Jugend auf Landesebene organisiert hat. Gegen die Gründung des Bundesverbandes der "Generation Deutschland" in Gießen hatten im November rund 25.000 Menschen überwiegend friedlich protestiert. Es kam allerdings auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.



