Martina Rich (29) ist als Teenager rebellisch und Teil einer Gang. Sie hat immer wieder Probleme mit der Polizei. In dem Podcast "Mensch Gott" erzählt sie, was dann geschah. Nachdem Martina wieder tagelang nicht zu Hause war, sagt ihre Mutter: "Ich kann nicht mehr. Bitte vertraue dich Jesus an." Widerwillig geht sie zu einem Gottesdienst mit. Der Pastor sagt: "Öffnet mal alle Johannes 3,16." Martina schlägt die Seiten auf und liest: "Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab."
Sie ist berührt von diesen Worten, die plötzlich eine Bedeutung für sie gewinnen. Jesus ist am Kreuz auch für ihre Sünden gestorben? "Es war ein Schock. Damit bin ich nicht klargekommen. Es war das erste Mal, dass ich gehört habe, dass Jesus für mich gestorben ist. Und dass mir alle meine Sünden vergeben sind, wenn ich an ihn glaube." Dann folgt etwas, das sie mit den Worten beschreibt: "Ich kann es nicht besser erklären. Aber ich habe einen ganzen Film gesehen, in meinem Kopf, in meinen Gedanken oder wirklich vor mir."
In diesem Film sieht sie, wo konkret Gott sie schon beschützt hat. "Mein ganzes Leben, und wie auf einmal alles Sinn ergibt. Gott war die ganze Zeit da, und ich hab ihn nicht gesehen". Aufgewühlt ruft sie im Gottesdienst: "Oh mein Gott, Mama, das ist die Wahrheit." Danach sei ihr ganzes Leben verändert gewesen. "Du bist auf einmal frei. So viele gute Gefühle, die du gar nicht kennst." Heute ist es Martina Rich ein Anliegen, anderen Menschen von ihrem Glauben zu erzählen.
"Ich hab bei einem Spaziergang auf den Boden gekuckt und meine letzte Hoffnung in Gott gesteckt, obwohl ich nie wirklich gläubig war"
Lilly Schreck (17) aus Neuzelle bei Brandenburg ist Profikickboxerin und definiert sich voll und ganz über ihren Sport. Das Training bestimmt ihr Leben. In einer Sendung des "Radios Horeb" berichtet Lilly, wie plötzlich ihr Knie krank wurde, so schlimm, dass sie ihre Sportlerkarriere aufgeben musste. Ein Unglück. Sie weiß nicht mehr, wer sie ist, und verliert ihren Halt. "Ich hab bei einem Spaziergang auf den Boden geguckt und meine letzte Hoffnung in Gott gesteckt, obwohl ich nie wirklich gläubig war."
Sie sagt: "Wenn es dich gibt, dann zeig dich jetzt endlich, weil ich nicht mehr kann." Und Gott zeigt sich, berichtet Lilly weiter. "Er hat viele weiße Blütenblätter aus dem Nichts um mich herum erscheinen lassen. Als ich das ein paar Schritte weiter realisiert habe, waren sie auch schon wieder weg." Dann hört sie innerlich eine Stimme, die sagt: "Lilly, du bist ein geliebtes Kind Gottes, und ich möchte, dass du mit mir gehst und den Weg gehst, den ich für dich vorbestimmt habe." Heute sagt Lilly: "Ich bin nicht Leistung, sondern ein geliebtes Kind." Nach mehreren Knieoperationen sitzt sie im Rollstuhl.
"Ich höre eine leise, aber extrem klare Stimme, die sagt: 'Dieses Jahr ist es zu gefährlich'"
Der Hamburger Steve Kröger (48) ist Extrembergsteiger, Coach und Autor. In dem Podcast "Hoffnungsmensch" berichtet er von seinem Leben vor seiner Begegnung mit Gott. Er habe Gott den Rücken zugekehrt und fand seine Aufgabe als Extremsportler. Kröger bestieg die sieben höchsten Gipfel aller Kontinente, und als er dieses Ziel erreicht hatte, fühlte er sich immer noch nicht angekommen. Am Mount Everest im Basislager steht er 2014 am Fuße eines Gletschers. Er schaut nach oben und hört plötzlich eine Stimme, die von außen kommt, nicht aus dem Inneren.
Im Podcast berichtet er von diesem Moment: "Ich höre eine leise, aber extrem klare Stimme, die sagt: 'Dieses Jahr ist es zu gefährlich.'" Er vertraut dieser Stimme sofort und dreht um. 49 Stunden später geschieht genau an diesem Ort ein Unglück, bei dem 16 Menschen sterben. "Das war doch Gottes Stimme", wird ihm plötzlich klar. Heute ist es Steve Kröger wichtig, sich nicht über seine Leistungen zu definieren. Er hält Vorträge und Seminare zu Themen wie Sinnfindung, Führung und Glaube, oft basierend auf seiner 7-Summits-Erfahrung.
"Ich habe plötzlich intensiv den Namen Jesu gespürt und im Herzen gefühlt"
Oliver Ahlfeld (57) berichtet auf Radio "ERF Jess" von seiner Begegnung mit Gott. Er habe damals im Bett gelegen, "müde im Herzen", sagt er. Er war in seinen späten Zwanzigern und mit Leib und Seele Rocker und Musiker. Spielte Schlagzeug und genoss ein wildes Leben, das ihn zu diesem Zeitpunkt aber erschöpfte.
Er beschreibt sein Gotteserlebnis mit folgenden Worten: "Ich hatte plötzlich drei Gedanken kurz hintereinander. Erstens: Du hast dich nie um Gott geschert. Zweitens: Wenn es Gott aber doch gibt, dann bist du echt ‚lost‘. Drittens: Wenn du ‚lost‘ bist, dann hast du keine Chance auf Hoffnung auf das, was noch kommt." Er hat plötzlich intensiv den Namen Jesu gespürt und im Herzen gefühlt. Heute arbeitet Ahlfeld als Startup-Coach, der bei der Neugründung und Neubelebung von Gemeinden hilft.
Thorsten Dietz (54) beginnt sein Theologiestudium als Atheist, um seine Berufschancen als Lehrer zu verbessern. Dort trifft er Christen, die ihn faszinieren, und beschäftigt sich mit Jesus als Mensch. Bald stellt er sich die Frage, ob Jesus tatsächlich Gott sein könnte. Dietz hört sich Geschichten an und liest die Bibel. Der Apostel Paulus wird entscheidend: "Der erzählt selbst, ich hab‘ das alles abgelehnt, ich fand das alles mal doof. Jetzt bin ich Apostel", so Dietz. Die Lebenswende von Paulus inspirierte ihn. "War er ein Spinner oder ist das der Weg?", fragte er sich.
"Auf meine Frage: 'Bist du etwa da?' " habe ich keine Stimme gehört, aber alles in mir und in der Welt schien zu sagen: Ja"
Beim Lesen des Philipperbriefs stößt er auf die Sätze von Paulus, in denen er sich in Frage stellt und weiter sagt: "Ich trachte danach, ob ich wohl ergreifen könnte, weil ich von Jesus Christus ergriffen bin." Es war so, als sei seine Seele ein unendlich tiefer Brunnen geworden. "Bis auf einen Grund, den ich noch nie geahnt habe", erzählt er. Die Möglichkeit taucht auf, dass Jesus auch ihn ergreift. Da habe er sich getraut, zu fragen: "Bist du etwa da?" Er habe keine Stimme gehört, aber "alles in mir und in der Welt schien zu sagen: Ja."
Dietz konnte loslassen und vertrauen. Das Gefühl und die Gewissheiten sind jeden Tag stärker geworden. 2024 erhält Thorsten Dietz den Ökumenischen Predigtpreis in der Kategorie Podcast für "Das Wort und das Fleisch", wird zum ordentlichen Mitglied des Kammernetzwerks der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) berufen, arbeitet als Autor und derzeit in Zürich für "Fokus Theologie", eine Fachstelle für evangelische Erwachsenenbildung.
Fünf Leben, die durch unerwartete Begegnungen mit dem Göttlichen neu ausgerichtet wurden und heute andere inspirieren - oder aber rationale Erklärungen für solche Erlebnisse finden lassen. Hatten Sie schon einmal ein Erlebnis mit himmlischen Mächten, das Sie tief berührt hat? Wir freuen uns über Ihre Mail an redaktion@evangelisch.de.


