Jonas Opperskalski für chrismon
Israelische Araberin
Radikal zwischen den Stühlen
Es ist kompliziert mit der Zugehörigkeit in Israel. Staat, Volk, Religion – was und wer zählt wozu? Das Land selbst definiert sich als "Nationalstaat des jüdischen Volkes". Doch nur gut drei Viertel seiner Bevölkerung (76,9 %) sind Juden, rund 2,1 Millionen Einwohner dagegen Araber muslimischen, christlichen oder drusischen Glaubens. Im Gesamtstaat mit 21 Prozent die größte Minderheit, stellen sie in einigen nördlichen Provinzen sogar die Bevölkerungsmehrheit. Doch wie verorten sie sich selbst?
Sally Abed wurde als Kind einer arabischen Familie in Israel geboren und hat einen israelischen Pass, doch sie bezeichnet sich selbst nicht als Israelin, sondern als "palästinensische Bürgerin Israels". Aufgewachsen ist sie in Galiläa an der Grenze zum Libanon, wo die arabische Bevölkerung dominiert – aber in einer christlichen Familie.

