Es wird wohl schwarz-gelb (18:30 Uhr)

Es wird wohl schwarz-gelb (18:30 Uhr)
Das war ein Wählerwort! Jörg Bollmann fasst die ersten Ergebnisse zusammen und stellt fest: Es wird wohl Schwarz-Gelb werden. Hier ist der Podcast im Volltext.
27.09.2009
Von Jörg Bollmann

Das war ein Wählerwort. Beide große Parteien verlieren, der strahlende Wahlgewinner ist die FDP. Nach der Hochrechnung der ARD von 18.15 Uhr kommen CDU/CSU auf 33,4 %. SPD auf 22,7 %, FDP auf 14,8 %, Grüne auf 10,6 % und Linke auf 12,5 % Prozent. Sitzverteilung: 229 für die Union, 144 für SPD, 94 für die Liberalen, 67 für Grüne und 80 für die Linken.

Schwarz-gelb ist möglich. Nach ARD-Rechnung kommen Union und FDP auf 323 mit Überhangmandaten, 307 ohne Überhangmandate. Das reicht für die Regierungsmerheit.

Was haben die Bürger gewählt? Zunächst muss gesagt werden: Es waren nur rund 72 %, die zur Urne gegangen sind – etwa 5 % weniger als beim letzten Mal. Eine gefährliche Entwicklung für die Demokratie. Zweitens: Die großen Parteien und die Regierungskoalition sind vom Wähler bestraft worden. Vor allem die Sozialdemokraten haben sich in den vier Jahren abgenutzt: Mit 22,7 % fällt die SPD auf ein Allzeittief. Aber auch die CDU/CSU hat Federn gelassen. Mit 33,4 % verliert sie gegenüber 2005 nochmal um 1,8 %. Nun werden sie mit einer gestärkten FDP regieren – soviel haben die Liberalen noch nie auf sich vereinigen können.

Steuersenkungen, bürgerliche Wirtschaftspolitik, haben offenbar verfangen bei den Wählern. Guido Westerwelle, der Chef der Liberalen, hat klare Position bezogen. Keine Ampel – nur schwarz-gelb geht. Die Wähler haben's honoriert.

Die kleineren Parteien haben alle von der großen Koalition profitiert, Linke und Grüne wohl vor allem auf Kosten der SPD. Den Sozialdemokraten bleibt jetzt nur die Regeneration in der Opposition – eine bittere Rolle.

Was alle erwartet haben, tritt ein: Es wird in den kommenden Jahren weitergehen mit der Kanzlerin. Die protestantische Pfarrerstochter Angela Merkel bleibt im Amt. Sie wird das Land auch in der nächsten Legislaturperiode regieren.