Drogenbeauftragte setzt Crystal Meth vorn auf die Agenda

Drogenbeauftragte setzt Crystal Meth vorn auf die Agenda
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), sagt der Aufputschdroge Crystal Meth den Kampf an. Sie habe es als ihr Thema erkannt, sagte Mortler am Montag bei der Vorstellung des aktuellen Drogen- und Suchtberichts der Bundesregierung in Berlin

Gleichzeitig betonte sie, die Modedroge sei momentan noch nur ein Problem in Regionen nahe der tschechischen Grenze und "kein bundesweites Problem". Es sei allerdings eine zunehmende Ausbreitung vor allem in Großstädte und bestimmte Szenen zu beobachten.

Dies belegt zumindest die im Drogenbericht aufgeführte Statistik des Bundeskriminalamts über sichergestellte Mengen von Crystal. Spitzenreiter ist Bayern mit rund 36 Kilogramm im Jahr 2013. Im Jahr zuvor waren es rund 14 Kilogramm. Auf Platz zwei liegt Sachsen mit fast 27 Kilogramm im Jahr 2013 (2012: 24). Mit einigem Abstand folgen Sachsen-Anhalt (rund 6 Kilogramm), Thüringen (rund 3,5 Kilogramm) und Hessen (rund zwei Kilogramm). In den anderen Bundesländern lagen die Sicherstellungsmengen teilweise weit unter einem Kilogramm.

Schüler, Sportler, Crystal-Mütter

Mortler betonte, bislang gebe es keine gefestigte Datenlage über die Zahl der Crystal-Konsumenten. Man wisse nur, dass vornehmliches Motiv des Konsums Leistungssteigerung sei. Dies betreffe Schüler, Sportler, Berufstätige bis zur sogenannten Crystal-Mutter alle Bereiche gesellschaftlichen Lebens.

Mortler forderte mehr Aufklärung und Prävention. Die Forderung der sächsischen Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU) nach einem höheren Engagement von Bundespolizei und Zoll bei Grenzkontrollen wollte die Drogenbeauftragte nicht kommentieren. Sie werde dies prüfen, sagte sie. Mortler räumte ein, dass in Sachsen das Problem mit der Droge besonders deutlich wird. Rund 60 Prozent der Hilfesuchenen stammten aus dem Freistaat. Die Drogenbeauftragte kündigte für Ende Juli ein Treffen mit Ministerin Clauß in Sachsen an. Drogenbekämpfung sei eine Querschnittsaufgabe von Bund, Ländern und Verbänden, betonte die CSU-Politikerin.

Zum Fall um den SPD-Innenpolitiker Michael Hartmann (SPD), der unter dem Verdacht des Crystal-Meth-Erwerbs steht, wollte sich Mortler nicht äußern. "Noch laufen die Ermittlungen", sagte sie. Solange wolle sie sich nicht an Spekulationen beteiligen.

Die Drogenbeauftragte zog insgesamt eine positive Bilanz der Anstrengungen im Drogenpräventionsbereich. Dabei verwies sie auf die gesunkenen Zahlen beim Tabak- und Alkoholkonsum Jugendlicher. Der Tabakkonsum der unter 12- bis 17-Jährigen habe sich von 2001 von 27, 5 Prozent auf zwölf Prozent 2012 mehr als halbiert, sagte sie. Der regelmäßige Alkoholkonsum ist demnach von rund 18 auf 13,6 Prozent zurückgegangen. Der Cannabiskonsum war bis 2011 ebenfalls rückläufig, stieg aber dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr wieder leicht auf 5,6 Prozent an (2012: 4,6 Prozent).

Verstärkt konzentrieren will sich Mortler nach eigenen Worten auf die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen. Dem Bericht zufolge zeigen in dieser Altersgruppe 54 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen einen risikohaften Konsum von Alkohol. Dies seien mehr als vier Gläser am Tag, sagte Mortler. Präventionsbemühungen zeigten in dieser Altersgruppe leider noch nicht entsprechende Erfolge. 

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