Kritik an Kampfdrohnen in württembergischer Synode

MQ-9 Reaper

Foto: dpa/Staff Sgt. N.B.

Kritik an Kampfdrohnen in württembergischer Synode
Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, hat sich im Streit um die Anschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr für mehr Friedensanstrengungen ausgesprochen.

Man müsse aus der "Logik militärischer Konfliktbearbeitung" herauskommen, forderte July am Freitag in Stuttgart vor der württembergischen Landessynode. Es habe sich eingeschliffen, schwierige Konflikte militärisch zu lösen, anstatt sie gar nicht aufkommen zu lassen.

Ethische Kritik an unbemannten Kampfdrohnen hält July allerdings für übertrieben. "Ob es einen höheren Tugendgrad hat, wenn ein Bomberpilot im Flugzeug sitzt, ist fraglich", sagte der Theologe. Konflikte wie in Ruanda, Sudan und Nigeria zeigten, dass man auf militärische Polizeigewalt wie bei Blauhelmeinsätzen als allerletztes Mittel nicht verzichten könne.

Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),  Renke Brahms hatte sich zuvor gegen die Anschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr ausgesprochen, während der scheidende evangelische Militärbischof Martin Dutzmann die prinzipielle Kritik an einer Beschaffung bewaffnungsfähiger Drohnen nicht teilt.

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