Ban Ki Moon: Syrien-Krieg wird zu einer globalen Bedrohung

Bürgerkrieg Syrien

Foto: REUTERS/Ammar Abdullah

Ban Ki Moon: Syrien-Krieg wird zu einer globalen Bedrohung
Der UN-Generalsekretär fordert ein Rüstungsboykott gegen Syrien. Die Aussicht auf Frieden habe sich noch verschlechtert.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat ein Waffenembargo gegen die Kriegsparteien in Syrien und einen neuen Friedensdialog gefordert. "Es ist von fremden Mächten unverantwortlich, weiter die Konfliktparteien in Syrien militärisch zu unterstützen, die Grausamkeiten verüben und schamlos Menschenrechte und Völkerrecht verletzen", schrieb Ban in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitagsausgabe). Daher habe er den Sicherheitsrat aufgefordert, einen Rüstungsboykott zu verhängen.

Trotz aller Bemühungen sei es bisher nicht gelungen, den Syrien-Konflikt zu beenden. "Die trostlosen Aussichten auf Frieden haben sich weiter verschlechtert, seit im Irak religiöse Spannungen und Gewalt aufflackern", räumte Ban ein. Die Existenz beider Staaten stehe auf dem Spiel. Die Welt müsse nun gemeinsam dafür sorgen, dass die radikal-islamische syrische Nusra-Front und die mit ihr vereinte Isis-Miliz im Irak nicht weiter anderweitig unterstützt werden.

"Gefährliche, religiös motivierte Spannungen, massive Flüchtlingsbewegungen, tägliche Grausamkeiten und wachsende Instabilität machen den Krieg in Syrien zu einer globalen Bedrohung", schrieb Ban in seinem eindringlichen Appell. Er plädierte für einen neuen politischen Prozess, um den Konflikt am Verhandlungstisch zu lösen.

Dafür will der UN-Generalsekretär bald einen neuen Sondergesandten für Syrien ernennen. Ende Mai war der algerische Diplomat Lakhdar Brahimi von dem Amt zurückgetreten. "Weder sollten wir die Dämonisierung der syrischen Regierung blind akzeptieren, die die gesamte Opposition als Terroristen verunglimpft - noch sollten wir vor der realen Bedrohung durch Terroristen in Syrien unsere Augen verschließen", mahnte Ban.

Im Syrien-Konflikt seien bereits mehr als 150.000 Menschen getötet worden. "Gefängnisse und Internierungslager sind überfüllt mit Männern, Frauen und sogar Kindern", betonte Ban. Massenhinrichtungen und Folter seien verbreitet. Nach seinen Worten sterben Menschen auch an Hunger und Infektionen. Vordringlich sei auch ein ungehinderter Zugang zu allen Gebieten für humanitäre Helfer.

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