Schorlemmer: Gauck sollte lieber schweigen

Joachim Gauck

Foto: dpa/Steffen Kugler

Schorlemmer: Gauck sollte lieber schweigen
Der Wittenberger Pfarrer und frühere DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer hat Bundespräsident Joachim Gauck wegen dessen Plädoyer für Auslandseinsätze der Bundeswehr zum Schweigen aufgefordert.

"Der Bundespräsident sollte sich zu sicherheitspolitischen Fragen dieser Tragweite nicht äußern", sagte Schorlemmer der "Berliner Zeitung" (Freitagsausgabe). Und wenn er dies schon tue, dann wolle er auch "mal eine Äußerung von Herrn Gauck zum Desaster im Irak hören".

Schorlemmer räumte allerdings ein, man könne dem 74-jährigen Gauck nicht den Vorwurf machen, von der protestantischen Friedensethik von vor 1989 abgerückt zu sein. "Er hat schon immer gewusst, dass die Waffen der Freiheit die besseren Waffen sind."

Am Montag war ein Protestschreiben ostdeutscher Pfarrer an den Bundespräsidenten bekanntgeworden, in dem diese Joachim Gauck vorwerfen, sich von den Idealen der christlichen DDR-Friedensbewegung abzuwenden. Besonderen Anstoß nehmen die Unterzeichner an der Rede Gaucks auf der Münchner Sicherheitskonferenz, der sie "entschieden widersprechen".

Bei der Sicherheitskonferenz hatte Gauck im Januar eine Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik gefordert. Deutschland müsse "bereit sein, mehr zu tun für jene Sicherheit, die ihr über Jahrzehnte von anderen gewährt wurde". Deutschland werde zwar nie rein militärische Lösungen unterstützen, sagte Gauck. "Aber wenn schließlich der äußerste Fall diskutiert wird - der Einsatz der Bundeswehr - dann gilt: Deutschland darf weder aus Prinzip 'nein' noch reflexhaft 'ja' sagen."

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