Krüger: Jugendmedienschutz neu aufstellen

Kinder als Medienkonsumenten

Foto: photocase/Thomas K.

Krüger: Jugendmedienschutz neu aufstellen
Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, plädiert für eine Erneuerung des Jugenmedienschutzes.

Es gelte, die Angebote und Institutionen an die Herausforderungen des digitalen Zeitalters anzupassen, sagte Krüger am Dienstag in Berlin anlässlich des 20. Jubiläums der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF).


"Wir müssen weg von der restriktiven Kultur des Verbietens", sagte Krüger. Ziel müsse künftig sein, Jugendliche zu mehr Eigenverantwortung zu erziehen: "Nicht Inhalte wegsperren, sondern Kindern und Jugendlichen Werkzeuge in die Hand geben, angemessen mit ihnen zu umzugehen", forderte er.

Jugendliche übernähmen heute sehr viel mehr Verantwortung als noch vor wenigen Jahrzehnten. Das liege auch an der immer vielfältigeren Medienwelt, in der ein Klick für immer neue Kicks reiche. "Jugendliche suchen nicht mehr den verbotenen Kick, sondern Inseln der Verlässlichkeit", sagte Krüger. "Deshalb muss Jugendmedienschutz bieten und nicht verbieten." Neben der digitalen Revolution brauche es eine erzieherische Revolution, die sich den veränderten Gegebenheiten des digitalen Zeitalters anpasse. Im weltweiten Internet müsse es zudem gelingen, ein internationales Jugendschutzsystem zu etablieren.

Die FSF überprüft die Sendungen der Privatsender auf deren Jugendtauglichkeit. Die Organisation nahm im April 1994 ihre Arbeit auf. Vorbild war die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) der Filmwirtschaft. Vorangegangen war eine gesellschaftliche Diskussion über die Darstellung von brutaler Gewalt oder expliziter Sexualität im Fernsehen. Die FSF hat nach eigenen Angaben bislang über 20.000 Fernsehsendungen geprüft.

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