Odenwaldschule: Ermittlungen wegen Missbrauch eingestellt

Odenwaldschule: Ermittlungen wegen Missbrauch eingestellt
Die Ermittlungen wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch gegen einen gekündigten Lehrer der Odenwaldschule sind eingestellt worden.

Aus den Vernehmungen aller Schüler, die als Opfer in Betracht gekommen waren, hätten sich keine Anhaltspunkte für strafbare Handlungen ergeben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt am Freitag. Dagegen werden die Ermittlungen gegen den ehemaligen Lehrer wegen des Verdachts des Besitzes kinderpornografischer Schriften fortgeführt.

Der Verdacht auf erneuten sexuellen Missbrauch an dem Internet im Heppenheimer Stadtteil Ober-Hambach sei durch Hinweise von Schülern ausgelöst worden, erläuterte der Sprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dabei sei es um das gemeinsame Übernachten mit Schülern während eines Zeltlager-Ausflugs im vergangenen Jahr und um weitere Beobachtungen gegangen.

Der ehemalige Lehrer habe jedoch eingeräumt, kinderpornografische Bilder im Internet heruntergeladen zu haben, sagte der Sprecher. Die Untersuchung der Computer werde einige Monate dauern. Die Staatsanwaltschaft prüfe, ob die Grenze zur Strafbarkeit überschritten wurde. Dies sei dann der Fall, wenn nackte Kinder in aufreizender Pose fotografiert oder gefilmt wurden. Ungestellte Bilder von nackten Kindern beim Spielen oder Baden seien hingegen nicht strafbar.

Der Fall des Kinderpornos konsumierenden Lehrers ist bereits der zweite Skandal an der Odenwaldschule. Dort waren bereits zwischen 1965 und 1998 mindestens 115 Jungen und 17 Mädchen von Lehrern und Mitschülern sexuell missbraucht worden. Die Verbrechen wurden erst im Frühjahr 2010 nachhaltig aufgedeckt. Das Internat versprach Veränderungen, um Übergriffe künftig zu verhindern. Ab Mai wollen unabhängige Wissenschaftler aus München und Rostock untersuchen, wie es zur Häufung der Fälle an der reformpädagogischen Schule kommen konnte.

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