Cap-Anamur-Krankenhaus im Sudan bombardiert

Cap-Anamur-Krankenhaus im Sudan bombardiert
Die Hilfsorganisation Cap Anamur hat der sudanesischen Regierung einen gezielten Bombenangriff auf ein Krankenhaus in den Nuba-Bergen vorgeworfen.

Ein Kampfjet habe am Dienstag im Auftrag der Regierungstruppen zwei Bomben auf die Cap-Anamur-Einrichtung in Lwere abgefeuert, erklärte die Organisation am Mittwoch in Köln. Bei dem Angriff sei ein Mensch verletzt und ein Gebäude komplett zerstört worden. Patienten und Angestellte hätten rechtzeitig ins Umland fliehen können.

"In den vergangenen 17 Jahren, in denen Cap Anamur das Volk der Nuba medizinisch versorgt hat, gab es immer wieder Rückschläge, doch noch nie eine so gezielte Attacke auf unsere Hilfe", protestierte Cap Anamur. Die Zukunft des Projekts sei nun ungewiss. "Doch wir werden versuchen, unsere so wichtige Arbeit dort fortzusetzen." In dem Krankenhaus wurden überwiegend Kinder behandelt, viele davon unterernährt und geschwächt.

In den vergangenen Jahren habe sich der Kampf um die Region der Nuba-Berge verschärft, erklärte Cap-Anamur-Geschäftsführer Bernd Göken. Erst vor rund einer Woche sei bereits ein katholisch geführtes Krankenhaus beschossen worden. In diesem Zusammenhang habe Cap Anamur erfahren, dass auch das eigene Krankenhaus ausgespäht worden sei, und Patienten und Mitarbeiter hätten in Sicherheit gebracht werden können.

Geografisch und politisch liegen die Nuba-Berge im Sudan, ethnisch und kulturell fühlen sich Menschen der Region jedoch dem Südsudan zugehörig, der sich 2011 nach zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg vom Sudan abspaltete. Nachdem sich in der Bergregion Rebellen mit Verbindung zur südsudanesischen Regierung erhoben, begann die sudanesische Luftwaffe mit der Bombardierung von zivilen Zielen in den Nuba-Bergen.


 

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