Sechs Monate nach "Haiyan" noch viele Philippiner in Notunterkünften

Sechs Monate nach "Haiyan" noch viele Philippiner in Notunterkünften
Ein halbes Jahr nach dem verheerenden Taifun "Haiyan" müssen sich zahlreiche Menschen auf den Philippinen in Notunterkünften für die nächste Sturmsaison wappnen.

Höchste Priorität habe nun der nachhaltige Wiederaufbau, betonen deutsche Helfer. Dabei müsse besonders darauf geachtet werden, dass die Menschen in den betroffenen Regionen künftig vor Stürmen besser geschützt seien, erklärte Unicef am Mittwoch in Köln.

"Haiyan" war am 8. November mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometern pro Stunde auf die Ostküste der Philippinen geprallt und hatte eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Tausende Menschen kamen ums Leben, mehr als 670.000 wurden obdachlos. Insgesamt waren nach Unicef-Angaben rund 14 Millionen Menschen betroffen.

Auch Monate nach dem Wirbelsturm sei die Verwüstung noch sichtbar, berichtete Unicef-Botschafterin Eva Padberg, die kürzlich die Katastrophenregion auf den Philippinen besucht hatte: "Häuser ohne Dächer, kaputte Geräte hinter einem Krankenhaus, ein riesiges Schiff, das an Land geschoben wurde."

Tausende Familien im Ausnahmezustand

Als zentrales Ziel nennt Caritas International, die Widerstandsfähigkeit der Häuser bei Taifunen und Erdbeben zu verbessern. Insgesamt seien mehr als eine Million Häuser durch den Taifun zerstört oder beschädigt worden. Wesentlich sei aber auch Katastrophenvorsorge über den Wiederaufbau hinaus, betonte das Deutsche Rote Kreuz. Dazu zählten Information oder Übungen an Schulen und in Gemeinden.

"Das Wissen über mögliche Auswirkungen des Klimawandels spielt dabei eine große Rolle", erklärte Christof Johnen, Leiter der internationalen Zusammenarbeit beim Roten Kreuz. Erst vor wenigen Tagen hatte das Internationale Rote Kreuz mitgeteilt, dass vor der neuen Taifunsaison rund eine Million Menschen noch kein Dach über dem Kopf hätten.

Zwar werde überall gebaut und aufgeräumt, erklärte das Kinderhilfswerk Plan International. "Tausende Familien befinden sich jedoch immer noch im Ausnahmezustand und sind von einem normalen Alltag weit entfernt", sagte Geschäftsführerin Maike Röttger. "Mehr als 25.000 Menschen leben noch in Notunterkünften, Evakuierungszentren und Zeltstädten."

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