Konzilsjubiläum in Konstanz: Appell zur Einheit der Christen

Konstanzer Konzil

Foto: epd-bild / akg-images

König Sigismund (ab 1433 Kaiser) spricht beim Konstanzer Konzil Recht und erteilt Lehen an die Fürsten. (Buchmalerei, um 1450.)

Konzilsjubiläum in Konstanz: Appell zur Einheit der Christen
Mit einem ökumenischen Gottesdienst und einer Großen Landesausstellung sind am Sonntag in Konstanz die Feierlichkeiten zum Gedenken an das 600. Jubiläum des Konstanzer Konzils (1414-1418) eröffnet worden.

In einer gemeinsamen Predigt im Konstanzer Münster riefen der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch und der badische evangelische Landesbischof Ulrich Fischer zur Überwindung der Spaltung der Christenheit auf. Das Konstanzer Konzil war einer der wichtigsten Kongresse des Mittelalters. Zum einzigen Mal in der Geschichte wurde dabei ein Papst auf deutschem Boden gewählt.

Zollitsch erinnerte daran, dass die Kirche als Gemeinschaft des Glaubens nicht stehen bleiben dürfe. Die Kirche müsse mit Blick auf das 500. Reformationsjubiläum 2017 "die Frage nach der Überwindung der Spaltung der Christenheit neu stellen", betonte der Erzbischof laut vor veröffentlichtem Redetext. "Den Weg der Rückbesinnung und Erneuerung können wir nur gemeinsam gehen", sagte Zollitsch. Er rief dazu auf, auf dem Weg in die Zukunft und zur Einheit der Christenheit in Demut und Liebe aufeinander zu hören. Nur so könne man die Vielfalt der Glaubenszugänge, die spirituellen Prägungen und Lebensweise der christlichen Ökumene "als Geschenk und Bereicherung entdecken."

Der badische Landesbischof Fischer betonte laut Predigtmanuskript, dass das Konzilsjubiläum ein wichtiger Schritt "zu einem geisterfüllten Gedenken der Reformation" im Jahr 2017 sei. Zugleich mahnte er, dass echte Kommunikation in Glaubensdingen nur dann gelingen kann, wenn Herkunftsorte, Traditionen und unterschiedliche frömmigkeitliche Prägungen nicht dominierten. "Wo Anbetung Gottes im Ringen um die Wahrheit geisterfüllt geschieht, da entdecken Menschen, was sie im Glauben an denselben Gott verbindet", erklärte Fischer. Solch ein Ringen um die Wahrheit erhoffe man sich auf dem Weg zum Reformationsjubiläum, betonte der Landesbischof.

2014 jährt sich der Beginn des Konstanzer Konzils zum 600. Mal. Das Konzil war ein kirchenpolitisches Großereignis, das die Stadt für fast fünf Jahre lang zum Zentrum der europäischen Politik und zur Begegnungsstätte der Kulturen Europas machte. Das Land Baden-Württemberg gedenkt des Jubiläums mit einer Großen Landesausstellung. Die Schau "Konstanzer Konzil - Weltereignis des Mittelalters" wurde am Sonntag eröffnet und ist bis zum 21. September am Originalschauplatz des Geschehens im Konzilsgebäude zu sehen.

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